1936–2025

Hollywood-Ikone Robert Redford im Alter von 89 Jahren gestorben

Robert Redford ist tot. Er verstarb am Dienstag 89-jährig.
© VALERY HACHE

Der US-Schauspieler Robert Redford ist tot. Der Oscarpreisträger ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Zu seinen berühmtesten Filmen zählen Werke wie „Der Pferdeflüsterer“, „Die drei Tage des Condor“ oder „Ein unmoralisches Angebot“. Für den Film „Der Clou“ wurde er mit einem Oscar nominiert. Für seine Regie bei „Eine ganz normale Familie“ erhielt er den begehrten Filmpreis 1981.

Die Filmwelt trauert um ein Leinwandidol: Der US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford ist tot. Der Oscarpreisträger ist im Alter von 89 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Utah gestorben, berichteten US-Medien unter Berufung auf seine Sprecherin.

📽️ Video | Ein Leinwandidol ohne Starallüren

Als charmanter Ganove wurde Robert Redford einst zum führenden Hollywoodstar. In der Komödie „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ (1969) überfiel er zusammen mit Paul Newman Eisenbahnen und Banken. Aber der Schauspieler gab sich nicht mit dem Image als Hollywoodschönling zufrieden und wurde einer der prägenden Darsteller seiner Generation, Erfolgsproduzent und Unterstützer des Independent-Cinemas.

📽️ Video | „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ Trailer

Mehrfach Oscar prämiert

Mit Werken wie „Die Unbestechlichen“, „Jenseits von Afrika“ oder „Der Pferdeflüsterer“ schrieb er sich in die Leinwandgeschichte der Traumfabrik ein. Seine einzige Oscar-Gewinnchance als Schauspieler hatte Redford an der Seite von Paul Newman in der Gaunerkomödie „Der Clou“ (1973). Doch die Trophäe ging damals an Jack Lemmon für die Satire „Save the Tiger“.

Mit Dustin Hoffman (l.) spielte Redford 1976 im Film „Die Unbestechlichen“ (All the Presidents Men) über die Enthüllungen der Watergate-Affäre mit.
© imago images/Everett Collection

In seiner langen Karriere gewann Redford nur einen Goldjungen, 1981 als Regisseur für seinen Debütfilm „Eine ganz normale Familie“. Ein Trostpflaster: 2002 ehrte ihn die Filmakademie mit einer Trophäe für sein Lebenswerk.

📽️ Video | „Eine ganz normale Familie“ Trailer

Bereits mit 22 Jahren heiratete er die spätere Historikerin Lola Van Wagenen. Die Ehe der vierfachen Eltern wurde 1985 geschieden. Ihr erstgeborener Sohn starb im Alter von wenigen Monaten. Sohn James, ebenfalls Filmemacher, erlag 2020 mit 58 Jahren einer Krebserkrankung.

Die zweite Hochzeit feierte Redford in Hamburg. Dort gab er 2009 seiner langjährigen deutschen Freundin, der Malerin Sibylle Szaggars, das Jawort. Auf Filmpartys sah man das Paar selten. Redford, der begeisterte Skifahrer, Reiter und Wanderer, lebte fernab vom Rummel in einem Landhaus im US-Staat Utah und in Nordkalifornien.

Unabhängige Filmproduktionen fördern

In den Rocky Mountains rief er 1980 das „Sundance Institute“ ins Leben. Inzwischen ist das Sundance-Festival das größte US-Filmfest für unabhängige Produktionen – jedes Jahr trifft sich dort im Januar die Independent-Szene. Redford sah es als seine Mission, junge, kritische Stimmen zu fördern.

Er habe nichts gegen das Mainstream-Kino von Hollywood, sagte er 2016 bei der Eröffnung. Doch ihm komme es vor allem darauf an, die Vielfalt von Independent-Produktionen zu unterstützen. „Vielfalt kommt von dem Wort Unabhängigkeit, nach diesem Prinzip arbeiten wir hier“, betonte der Oscar-Preisträger.

Die wichtigsten Filme der Hollywoodikone

  • Zwei Banditen/ Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969)
  • Der Clou / The Sting (1973)
  • Die Unbestechlichen / All the President's Men (1976)
  • Eine ganz normale Familie / Ordinary People (1980)
  • Jenseits von Afrika / Out of Africa (1985)
  • Staatsanwälte küsst man nicht / Legal Eagles (1986)
  • Aus der Mitte entspringt ein Fluss / A River Runs Through It (1992) *
  • Der Pferdeflüsterer / The Horse Whisperer (1998) *
  • Von Löwen und Lämmern / Lion for Lambs (2007) *
  • Avengers: Endgame / Avengers: Endgame (2019)

* = Regie

Aktivist auf und hinter der Leinwand

Zudem war er ein engagierter Umweltaktivist und Naturschützer. Seinen „Weckruf“ habe er 1989 erlebt, bei einer Konferenz in Denver, als zwei Wissenschaftler vor der Erderwärmung warnten, sagte Redford 2021 dem Rolling Stone-Magazin.

Auch auf der Leinwand oder im Regiestuhl bezog er häufig Position. Als Hauptdarsteller in der Wahl-Satire „Bill McKay – Der Kandidat“ wurde er schon 1972 politisch. In dem Drama „Die Unbestechlichen“ (1976) verwandelte er sich mit Dustin Hoffman in die „Watergate“-Spürhunde der Washington Post, die Richard Nixon zu Fall brachten. In seinem wortlastigen Drama „Von Löwen und Lämmern“ (2007) thematisierte Redford Kriegslust und Inkompetenz in Washington, unkritischen Journalismus und Fernsehverdummung.

Mit 81 Jahren stand er dann zusammen mit Jane Fonda im Rampenlicht. Das Filmfest in Venedig verlieh den beiden Leinwandveteranen 2017 den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk. Dort stellten sie auch das Liebesdrama „Our Souls at Night“ vor, in dem sie Nachbarn spielen, die sich langsam annähern. „Ich wollte unbedingt wieder mit Jane arbeiten, bevor ich tot bin“, flachste Redford damals vor Reportern.

„Ich würde alles wieder so machen“

Auch zuvor äußerte er sich schon zufrieden über sein Leben. „Ich würde alles wieder so machen, auch die Fehler, die gehören dazu, das ist Teil des Lebensprozesses“, sagte der Schauspieler und Regisseur 2013 der Deutschen Presse-Agentur, als er sein neuntes Regiewerk, den Politthriller „The Company You Keep – Die Akte Grant“, vorstellte. Er bedauerte also nichts? „Im Beruflichen nichts, vielleicht im Privaten, aber das werde ich Ihnen nicht sagen.“ (TT.com, APA, dpa)