An den E-Tankstellen sollen die Preise purzeln, Laden soll einfacher werden
Die heimischen Ladesäulen werden mit Preistafeln und Masten ausgerüstet. Geplant ist auch, dass Navigationssysteme die aktuellen Tarife der Strom-Tankstellen anzeigen. Doch die komplizierte Preisgestaltung der Anbieter sorgt nach wie vor für viel Kritik.
Wien – „Wir waren in der Vergangenheit teilweise komplex und diese Komplexität müssen wir reduzieren“, räumt Hauke Hinrichs, Geschäftsführer des Ladeanbieters Smatrics, ein. Künftig sollen Kundinnen und Kunden die Preise leichter vergleichen können – auch, wenn die Tarife je nach Standort und Tageszeit variabel gestaltet werden.
Aus diesem Grund rüstet Smatrics, eine Tochter des Stromkonzerns Verbund und des deutschen Energieunternehmens EnBW, seine Ladesäulen aktuell mit Preisanzeigen aus. Damit soll, analog zur Tankstelle, auf einem Display an der Ladesäule der aktuelle Preis ablesbar sein. Weiters fordert das Unternehmen, dass die Preise an den Ladesäulen auch in den Navigationssystemen der Autos angezeigt werden.
Künftig soll es darüber hinaus auch variable Tarife, abhängig von Lage und Uhrzeit, geben. So werde der Strom an Ladesäulen abseits der Hauptverkehrsrouten wie Autobahnen sowie an bestimmten Tageszeiten günstiger werden. Die Infrastruktur sei inzwischen sehr gut ausgebaut, „jetzt purzeln die Preise“, kündigt Hinrichs an.
Weniger als 50 Cent je Kilowattstunde?
Für Christian Peter, Direktor des Elektromobilitätsclubs Österreich, gehen diese Schritte noch nicht weit genug. Einfacher werde es erst dann, wenn die Ladeinfrastruktur zuverlässig funktioniere, ohne bestimmte Ladekarten und ohne Apps gut zugänglich ist und die Preise transparent und fair seien, sagt er. Angemessen ist der Preis laut Peter, wenn die Kilowattstunde weniger als ein Drittel des Diesel-Literpreises kostet – das wären demnach aktuell weniger als 50 Cent.
Abhängig vom Tarifsystem und von sogenannten Roaming-Gebühren, wenn man also an fremden Ladestationen außerhalb des eigenen Netzes mit Strom tankt, fallen aktuell Kosten zwischen rund 45 und 75 Cent an. Dazu kommen neben etwaigen Grundgebühren oft noch die Blockiergebühren, die anfallen, wenn das Auto für längere Zeit an einer Ladesäule steht und diese damit zu lange besetzt. Kritisiert wird weiters, dass der Preisunterschied zwischen der Abrechnung über die Ladekarte und der Direktbezahlung mit Bankomat- oder Kreditkarte oft bis zu 50 Prozent ausmache. Die Anbieter wollen daran aufgrund ihrer Kundenbindungsprogramme festhalten. (APA, TT)
Kommentare