„Lichtblicke“ auf tt.com: Marianne Hengl trifft Laurenz Seiwald
Bis Laurenz Seiwald sein Leben als Trans-Mann leben konnte, war es ein langer Weg. In der 47. Folge der „LICHTblicke & Wegweiser“ erzählt der Unterländer seine Geschichte.
Laurenz Seiwald ist bei sich angekommen. Der Weg dahin war nicht immer einfach. „Aber jetzt lässt es sich leicht darüber reden“, sagt er. Er wurde als Celina geboren, spürte schon früh, dass er anders war. In der neuen Ausgabe der „LICHTblicke & Wegweiser“ erzählt der Unterländer von der Angst, nicht verstanden zu werden, von Zweifeln und der Stärke, zu sich selbst zu stehen. „Glück ist nichts, das man findet – man macht es sich selbst“, sagt er. Zu sehen ist das Gespräch mit Marianne Hengl ab 18 Uhr auf tt.com.
Nach außen war Celina ein Mädchen wie jedes andere. „Ich hatte eine wunderschöne Kindheit und ich möchte die Zeit auch gar nicht missen“, sagt Laurenz. Seine Oma, so erinnert er sich, habe immer gesagt, in ihm stecke ein Bub – nicht ahnend, wie Recht sie damit haben sollte. Als die Pubertät anfing, „da wusste ich plötzlich nicht mehr, wo ich hingehöre“. Ihm fehlten die Worte, das auszudrücken, was in ihm vorging. Bis er sich in Büchern schlaumachte und auf den Begriff „Transgender“ stieß. Und plötzlich, so erinnert er sich, kam die Klarheit.
📽️ Video | „LICHTblicke & Wegweiser“ mit Laurenz Seiwald
Was folgte, waren lange Gespräche mit den Menschen, die ihm am nächsten standen. „Meinen besten Freunden habe ich es an einem Tag gesagt, an dem es mir gar nicht gut ging. Es sind dann auch viele Tränen geflossen.“ Die Reaktion seines besten Freundes: „Er hat mich einfach in den Arm genommen.“
Auch seine Familie hat seinen Weg von Celina zu Laurenz mit Liebe begleitet. „Mein Opa war der Erste, der immer Laurenz gesagt hat und sich auch nie versprochen hat“, sagt der Tiroler und lacht. Aber er wisse auch, wie viel Glück er mit seinem Umfeld hat, das ihn von Beginn an akzeptiert und unterstützt hat. „Ich bin im Transgender Center an der Innsbrucker Klinik auch Menschen begegnet, die es so viel schwerer hatten als ich.“ Das ist ebenfalls ein Grund für Laurenz, seine Geschichte zu teilen.
Als Briefträger in seiner Heimatgemeinde Waidring ist er jeden Tag mit den Menschen im Gespräch und zeigt, wie sehr Authentizität Türen öffnet. Auch Vorurteilen begegnet er mit Ruhe, Respekt und Verständnis. „Die Begegnung mit Laurenz ist eine Einladung, Vielfalt anzuerkennen und alte Vorurteile loszulassen“, sagt Marianne Hengl.
Frühere Folgen
Das Gespräch im Videostream
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