Russische Militärmaschine löste Alarmstart der deutschen Luftwaffe aus
Der Maschine war ohne Flugplan über der Ostsee unterwegs, Deutschland ließ zwei Eurofighter aufsteigen. Am Montag kommt der UNO-Sicherheitsrat auf Antrag Estlands zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.
Berlin – Wegen einer russischen Militärmaschine über der Ostsee hat die NATO am Sonntag erneut zwei Eurofighter alarmiert. Das zunächst nicht zu identifizierende Luftfahrzeug sei ohne Flugplan und Funkkontakt im internationalen Luftraum unterwegs gewesen, teilte die deutsche Luftwaffe mit. Die Eurofighter starteten auf dem Fliegerhorst Rostock-Laage.
Es habe sich um ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20M gehandelt, das mit einer sogenannten Sichtidentifizierung aufgeklärt wurde, so die Luftwaffe. Die Lage im Ostseeraum hat sich mit Luftraumverletzungen Russlands zuletzt weiter angespannt. Die deutsche Bundeswehr hält zusätzliche Flugzeuge für den Schutz des Luftraums auch an der Ostflanke des Bündnisses bereit.
Dringlichkeitssitzung im UNO-Sicherheitsrat
Nach Angaben der Regierung in Estland wird sich der UNO-Sicherheitsrat am Montag in einer Dringlichkeitssitzung mit der mutmaßlichen Verletzung des estnischen Luftraums durch russische Kampfjets befassen. Die Sitzung auf Antrag Estlands finde als Reaktion auf „die dreiste Verletzung des estnischen Luftraums durch Russland am vergangenen Freitag“ statt, teilte das Außenministerium in Tallinn am Sonntag mit. Russland hatte eine Verletzung des estnischen Luftraums bestritten.
Der estnische Außenminister Margus Tsahkna erklärte, die Luftraumverletzung sei „Teil einer umfassenderen Eskalation Russlands sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene“. Das russische Verhalten erfordere „eine internationale Reaktion“. Es ist das erste Mal in den 34 Jahren der Mitgliedschaft Estlands in den Vereinten Nationen, dass der baltische Staat eine Sondersitzung des Sicherheitsrats beantragt hat.
Auch NATO-Konsultationen nach Artikel 4
Zuvor hatte Estland wegen des Vorfalls Konsultationen nach Artikel 4 des NATO-Vertrags mit den Verbündeten beantragt. Ebenfalls zu Beginn der Woche kommt deshalb der NATO-Rat in Brüssel zusammen. Artikel 4 sieht Beratungen unter den NATO-Mitgliedern für den Fall vor, dass ein Mitgliedstaat seine territoriale Integrität, Unabhängigkeit oder Sicherheit bedroht sieht.
Am Freitag waren nach estnischen Angaben drei MiG-31-Jets der russischen Luftwaffe nahe der Insel Vaindloo über dem Finnischen Meerbusen in den estnischen Luftraum vorgedrungen und dort insgesamt zwölf Minuten geblieben. An der NATO-Luftraumüberwachung über Estland beteiligte F-35-Kampfjets der italienischen Luftwaffe fingen die Flugzeuge nach Angaben der Allianz ab. (APA, dpa, AFP)
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