Abschluss unter Inflation

Blitzeinigung der Metaller in erster Runde: 1,4 bis 2 Prozent Lohn-Plus

Freundlicher Handshake, rasche Einigung: PRO-GE-Chef Reinhold Binder (li.) und Arbeitgeber-Chefverhandler Christian Knill.
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Die Sozialpartner einigten sich bereits bei der ersten Verhandlungsrunde. Der „Krisen-Abschluss“ bringt eine Lohnerhöhung um die 2 Prozent und damit unter der Inflationsrate.

Vor zwei Jahren gab es noch heftigen Streit, Kampfmaßnahmen bis hin zu Streiks und eine Einigung erst nach acht Runden im Dezember. Diesmal ging es bei den Metallern blitzschnell: Schon am Abend verkündeten Arbeitgeber und Gewerkschaften eine Einigung, der für alle 200.000 Beschäftigten der sechs Metall-Fachverbände und auf zwei Jahre gilt.

Ab 1. November 2025 steigen die Kollektivvertrags-Löhne und -Gehälter sowie die Lehrlingseinkommen um zwei Prozent. Die Ist-Einkommen werden um 1,41 Prozent erhöht. Die Zulagen steigen um zwei Prozent. Damit bleiben die Metaller deutlich unter der Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate von 2,8 Prozent. Die Zulage für Nachtarbeit bzw. für die dritte Schicht wird dagegen um 7,54 Prozent erhöht.

Zusätzlich erhalten die Beschäftigten allerdings auch zwei Kaufkraft-Sicherungsprämien, in Höhe von insgesamt 1000 Euro. Die Auszahlung soll in zwei Tranchen zu je 500 Euro mit Dezember 2025 und Juli 2026 erfolgen. Lehrlinge erhalten einmalig 250 Euro. Wechseln Lehrlinge bis Ende Juni in ein Arbeitsverhältnis, werde eine zweite Prämie von 250 Euro ausbezahlt. Anstelle der Kaufkraft-Sicherungsprämie kann in den Betrieben auch eine Umwandlung in bis zu vier Freizeittagen vereinbart werden. Dafür notwendig ist eine Betriebsvereinbarung.

2,1 Plus ab November 2026

Ab 1. November 2026 steigen die KV-Löhne und -Gehälter dann um 2,1 Prozent. Die Ist-Einkommen werden um 1,9 Prozent erhöht.

„Mit dem Krisenabschluss für zwei Jahre konnten wir Nulllohnrunden verhindern und die Kaufkraft der Beschäftigten sichern. Wir haben angesichts der dramatischen Situation gemeinsam mit unseren Sozialpartnern Verantwortung übernommen“, betonen die beiden Chefverhandler, Reinhold Binder (PRO-GE) und Mario Ferrari (GPA). Planbarkeit und Sicherheit für Beschäftigte sowie für Betriebe seien jetzt das Wichtigste, um Vertrauen zu schaffen. „Es ist auch ein starkes Signal der Sozialpartnerschaft, in herausfordernden Zeiten rasch vernünftige Lösungen zu finden“, so Binder und Ferrari. Es sei ein Schulterschluss der Kollektivvertragspartner für die Absicherung des Standorts Österreich und für gutbezahlte Industriearbeitsplätze.

Österreich ist schon im dritten Rezessions-Jahr, viele Betriebe stehen wegen der massiven Kostensteigerungen der letzten Jahre mit dem Rücken zur Wand. Arbeitgeber-Chefverhandler Christian Knill, lobt den Abschluss ebenfalls und betont: „Wir haben mehr als 20 Prozent an Produktionsleistung verloren.“ Man habe bereits 10.000 Beschäftigte abbauen müssen, weil der Standort zu teuer geworden sei.

Gegen Reallohnverluste

Ebenfalls am Montag begannen die Kollektivvertrags-Verhandlungen für die etwa 55.000 Beschäftigten in den 92 Eisenbahnunternehmen in Österreich. Die Gewerkschaft vida hatte im Vorfeld der Gespräche erklärt, dass sie keine Reallohnverluste akzeptieren will. (TT, APA)