Nach Zwangspause

Jimmy Kimmel kehrt mit Late-Night-Show ins US-Fernsehen zurück

Der Moderator hatte der Trump-Regierung vorgeworfen, die Ermordung Charlie Kirks politisch zu nutzen. Seine Show wurde deswegen letzte Woche auf unbestimmte Zeit eingestellt. Bereits heute kehrt er mit einer neuen Ausgabe zurück.

Burbank, Washington – Die Zwangspause des Late-Night-Talkmasters Jimmy Kimmel war kürzer als seine Fans, und wohl auch seine Gegner, gedacht hatten. Bereits heute (Ortszeit, Mittwoch 5.35 Uhr MESZ) kehrt er ins US-Fernsehen zurück. Weil sich der Moderator in einer Ausgabe Kommentare zum tödlichen Angriff auf den ultra-rechten Pro-Trump-Aktivisten Charlie Kirk erlaubt hatte, war seine Sendung in der vergangenen Woche auf vorerst unbestimmte Zeit vom TV-Sender ABC auf Eis gelegt worden.

Disney: Einige Kommentare waren unangebracht

Die Produktion der Show war demnach ausgesetzt worden, um eine angespannte Situation im Land nicht weiter anzuheizen. Man sei der Meinung, dass einige der Kommentare Kimmels unangebracht gewesen seien, hieß es von der Walt Disney Company, die ABC mit der Sendung „Jimmy Kimmel Live!“ im Portfolio hat.

Man habe die vergangenen Tage damit verbracht, intensive Gespräche mit ihm zu führen. Das habe nun zur Entscheidung geführt, die Show wieder aufzunehmen. Ob Kimmels Rückkehr an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, blieb unklar.

Kimmel hatte vorige Woche in seiner Sendung Bezug auf den tödlichen Angriff auf Kirk genommen. Im Eröffnungsmonolog sagte er: „Wir haben am Wochenende neue Tiefpunkte erreicht, als die Maga-Gang verzweifelt versuchte, diesen Jungen, der Charlie Kirk ermordet hat, als alles andere als einen der ihren darzustellen.“ Trump und sein Umfeld machen hingegen die Rhetorik der „radikalen Linken“ für das Attentat verantwortlich. Bei Make America Great Again (Maga) handelt es sich um die Bewegung, die hinter US-Präsident Donald Trump steht und Kimmel zufolge alles dafür tue, politisches Kapital aus der Ermordung Kirks zu schlagen.

Charlie Kirk galt als ultra-rechter Pro-Trump-Aktivist.
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Kirk war vor fast zwei Wochen erschossen worden. Am Wochenende gab es eine große Gedenkfeier für den Trump-Anhänger. Dem mutmaßlichen Mörder, einem 22-Jährigen, droht die Todesstrafe. Nach ersten Erkenntnissen handelte er allein. Über sein Motiv herrscht bisher keine abschließende Klarheit, er äußerte sich nicht zur Tat. Ermittler erklärten unter Berufung auf Angehörige und sichergestellte Textnachrichten, der junge Mann, der aus einem konservativen Elternhaus stammen soll, habe zuletzt eine linke politische Haltung eingenommen.

Einblicke von der Gedenkfeier für Charlie Kirk

Charlie Kirks Witwe, Erika Kirk, sprach auf der Gedenkfeier davon, dass sie dem Angeklagten vergebe. Die Antwort auf Hass sei nicht Hass, sondern Liebe.

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US-Präsident Trump nannte den Angeklagten in seiner Rede hingegen ein „Monster“ und sprach von seinem Hass auf den Gegner.

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Auch Tesla-CEO Elon Musk gehörte zu den Teilnehmenden der Gedenkfeier.

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Der rechts-politische Aktivist Jack Posobiec hält während seiner Rede einen Rosenkranz in die Höhe.

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Viele der Teilnehmenden beteten.

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Teilnehmende trauern um Charlie Kirk.

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Eine Frau betet vor der offiziellen Gedenkfeier.

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Trump feierte Kimmels Absetzung

Die Absetzung der Late-Night-Show hatte in den USA eine Debatte über Meinungs- und Pressefreiheit befeuert. Kritiker befürchteten, dass diese Stück für Stück von der Regierung eingeschränkt werden und Kimmel ein weiteres Beispiel dafür sei. Es war unklar gewesen, ob die Sendung überhaupt noch weitergeführt wird.

Trump hatte die Absetzung der Sendung auf der Plattform Truth Social als "gute Nachrichten für Amerika" gefeiert und Kimmel das Talent abgesprochen. Der Moderator nimmt - wie andere Late-Talker auch - in pointierter Weise regelmäßig die Politik des US-Präsidenten auseinander. Trump hatte weitere Sender aufgefordert, ebenso Talks aus dem Programm zu nehmen. Außerdem hatte Trump einigen Sendern erneut Voreingenommenheit vorgeworfen und ihre Sende-Lizenzen infrage gestellt.

Eindrücke von den Protesten nach der Absetzung von „Jimmy Kimmel Live!“

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Auf die Rückkehr der Kimmel-Show reagierte der Präsident am Montag zunächst nicht. Auf eine entsprechende Frage einer Journalistin, die sie ihm beim Verlassen eines Pressetermins noch hinterherrief, ging er nicht ein.

Trumps Medienaufsichtsbehörde in der Kritik

Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), die unter anderem Sendelizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA vergibt, sagte noch vor der Disney-Entscheidung um die Rückkehr Kimmels, dass Veranstalter für US-weites Programm immer mehr Kontrolle und Druck auf die lokalen Fernsehsender ausgeübt hätten.

Diese trauten sich nicht, gegen die nationalen Programmveranstalter vorzugehen, wenn sie der Meinung seien, dass bestimmte Programminhalte für die lokalen Gebiete nicht sinnvoll seien. Erstmals seit langem seien Sender nun aufgestanden, betonte Carr mit Blick auf den Fall Kimmel. Nach der Absetzung hatte er sich bei Nexstar, einem Medienunternehmen, das mit Dutzenden Lokalsendern auch Inhalte von ABC und demnach die Kimmel-Show ausstrahlt, bedankt: „(...)dafür, dass sie die richtige Sache gemacht haben“.

Brendan Carr ist Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), die unter anderem Sendelizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA vergibt. Er wurde von Trump für diesen Posten ausgewählt.
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Kritiker warfen dem von Trump ausgewählten FCC-Vorsitzenden vor, selbst Druck auf die betroffenen Medienunternehmen ausgeübt und damit die Aussetzung der Fernsehshow bewirkt zu haben. Carr weist das zurück. Brisant ist nach Einschätzung von Beobachtern, dass Nexstar derzeit weitere Lokalsender übernehmen will und dafür die Zustimmung der Aufsichtsbehörde benötigt.

Rückkehr auch im lokalen Fernsehen?

Ob die Kimmel-Show auch in die lokalen TV-Sender zurückkehrt, ist noch unklar. Von der US-Mediengruppe Sinclar, die lokale TV-Stationen im Portfolio hat, hieß es auf der Plattform X, dass man am Dienstagabend auf dem Sendeplatz Kimmels ein Nachrichtenprogramm zeige. Man sei zugleich in Gesprächen mit ABC zu einer möglichen Rückkehr der Sendung.