Von Südtirol bis ins Friaul: Widerstand gegen Plöckentunnel weitet sich aus
Europa braucht keinen Plöckentunnel: Das sagen zehn Vereinigungen, vom Alpenverein bis zur Plattform Pro Pustertal. Sie begründen auch, warum.
Kötschach-Mauthen, Lienz, Bruneck – „Dass wir eine sichere Straßenverbindung über den Plöckenpass brauchen, steht außer Frage. Aber es deutet alles darauf hin, dass der so vehement geforderte Scheiteltunnel auch und vor allem dem Transitverkehr dienen soll“, so Sepp Lederer, Obmann des Alpenvereins im Obergailtal/Lesachtal. Lederer vertritt eine von zehn Vereinigungen, die dem Plöckentunnel den Kampf ansagen.
Der Plöckenpass (1357 m) ist der Grenzübergang von Kötschach-Mauthen (Kärnten) nach Paluzza (Friaul, Italien). Nach Plänen von Kärnten und Italien soll statt der engen und kurvenreichen Bergstraße ein Scheiteltunnel kommen. Das würde Wirtschaft und Tourismus fördern, den Übergang ganzjährig befahrbar und auch sicherer machen. Die Gegner befürchten hingegen eine neue europäische Transitroute vom Friaul über Oberkärnten, Lienz und von dort weiter nach Südtirol bzw. nach Kitzbühel und Kufstein.
Die neue Arbeitsgruppe mit Sprecherin Elisabeth Kubin kritisiert die Doppelstrategie: „Einerseits wird behauptet, der Tunnel sei nicht für Schwerverkehr gedacht, andererseits wird er von der Regionalregierung Friaul-Julisch Venetiens als strategische Wirtschaftsverbindung dargestellt – was klar auf Transitverkehr abzielt.“
Fazit von „Pro Carnicum“: Der Plöckentunnel sei kein Infrastrukturbedürfnis, sondern ein überregionales Lobbyprojekt. Neue Transitachsen durch unberührte Alpenregionen seien nicht zu rechtfertigen.
Pro Carnicum und Unterstützer
Kärnten. Bürgerinitiative Pro Gailtal, Alpenverein Sektion Obergailtal-Lesachtal, Bündnis Alpenkonvention Kärnten, Bürgerinitiative Lebensraum Oberes Drautal
Osttirol. Initiative Stop Transit-Osttirol, Gegenverkehr Lienz, Osttirol Natur.
Südtirol. Plattform Pro Pustertal, Heimatpflegeverband Pustertal.
Italien. Comitato Alto But, Legambiente Carnia-Canal del Ferro-Val Canale, Patto d‘Autonomia.
Angst vor Transitroute