Tiroler Sensation bei Rad-WM in Ruanda: Marco Schrettl holt Bronze
Großer Auftritt von Marco Schrettl in Afrika: Der 22-Jährige aus Münster holte sich im U-23-Straßenrennen von Ruanda die Bronze-Medaille.
Kigali ‒ Als Solist gestartet, mit Bronze um den Hals hochdekoriert beendet: Der Tiroler Marco Schrettl lieferte bei der Rad-Weltmeisterschaft in Ruanda am Freitag die große Überraschung. Der 22-jährige Tirol-Cycling-Team-Fahrer aus Münster holte sich auf dem 164,6 Kilometer langen Kurs in der Hauptstadt Kigali die Bronze-Medaille. Es ist die erste Tiroler Straßenrad-Medaille bei den Herren seit dem Gold-Coup 2015 bei den Junioren durch den Osttiroler Felix Gall. 2018 hatte die Haimingerin Laura Stigger in Innsbruck das Juniorinnen-Rennen gewonnen, die Jenbacherin Christina Schweinberger eroberte 2023 WM-Bronze im Einzelzeitfahren.
„Es war sehr emotional für mich. Ich bin ohne Erwartungshaltung in das Rennen gegangen, jetzt mit Bronze hier zu stehen ist unbeschreiblich“, freute sich Schrettl, dessen Vertrag beim Tirol-Cycling-Team nach der letzten U-23-Saison zum Jahresende ausläuft. Und er ergänzte: „Ich war alleine in dem Rennen, habe versucht, mich immer gut vorne zu halten. Als die große Attacke war, bin ich vorne dabei gewesen. Dann war es nur mehr Vollgas bis zum Ziel. Jetzt fällt viel Druck ab. Ich konnte noch einmal zeigen, was in mir steckt.“
In der Ausreißergruppe
Schrettl, der als einziger Österreicher auf sich alleine gestellt war, hatte sich auf dem Rundkurs immer wieder angriffslustig gezeigt und sich gut 36 Kilometer vor dem Ziel in der Ausreißergruppe befunden. Der Italiener Lorenzo Finn setzte sich daraus aber später mit dem Schweizer Jan Huber ab, am Ende gewann er 31 Sekunden Huber. Schrettl kam mit 1:13 Minuten Rückstand als Dritter ins Ziel.
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