ÖSV begrüßt Geschlechter-Tests

FIS reagiert auf Sturz-Serie: Anzugs-Regeln verschärft, Olympiaschanze vor Umbau

Der Kreuzbandriss von Eva Pinkelnig war für den ÖSV der Tiefpunkt des Sommer Grand Prix in Predazzo.
© IMAGO/Pierre TEYSSOT

Die FIS ändert die Anzugs-Regeln bei den Skispringerinnen nach den drei Kreuzbandrissen beim Sommer Grand Prix in Predazzo. Auch die Olympia-Schanze wird umgebaut. Der ÖSV begrüßt indes Geschlechter-Tests.

Zürich – Noch bis Samstag werden beim FIS-Herbst-Kongress in Zürich die Weichen für die neue Winter-Saison gestellt. Abseits der verpflichtenden Geschlechter-Tests gibt es dabei nach drei Kreuzbandrissen beim Sommer Grand Prix der Skispringerinnen und Nordischen Kombiniererinnen in Predazzo außerdem die geforderten Konsequenzen.

Nun reagiert der Weltverband (FIS). „Es ist beschlossen worden, dass es bei den Damen Änderungen gibt. Es kommen zwei Zentimeter dazu bei der Schrittlänge. Das ist ein wichtiges Zeichen“, erklärt ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher. Demnach werden die Anzüge, vorerst wohl nur jene der Damen, weiter, um zu hohe Geschwindigkeiten zu verhindern.

FIS verschärft die Anzugs-Regeln

Groß war die Aufregung und die Kritik nach den Damen-Bewerben vergangene Woche auf der Olympia-Schanze in Italien. Im Fokus standen dabei auch die engen Anzüge, die zu rasant hohen Geschwindigkeiten führten. Kombiniert mit dem Schanzenbau führte das zu einer hohen Flug­kurve und mehr Gegenkraft bei der Landung. Drei Athletinnen kostete das mit schweren Knie-Verletzungen den Olympia-Traum, darunter Ex-ÖSV-Gesamtweltcupsiegerin Eva Pinkelnig.

Die Olympiaschanzen in Predazzo stehen nach den Stürzen im Fokus der Kritik.
© EXPA/ JFK

Umbau der Olympiaschanze auf Schiene

Viel Unmut gab es auch nach der Wettbewerbs-Premiere der Schanze für die Olympischen Spiele im Februar 2026. Man komme zu hoch vom Tisch weg, falle damit von zu weit oben und lande ergo mit zu viel Wucht. Das Mega-Projekt, das 41 Mio. Euro gekostet haben soll, wird nun nach der vielen Kritik geändert. „Die Schanze wird ein bisschen adaptiert. Man wird sehen, was jetzt noch möglich ist. Aber die einfachste Methode wird sein, den Tisch abzusenken und abzuschneiden“, ergänzt­e Stecher.

ÖSV begrüßt Geschlechter-Tests

Mit den Geschlechter-Tests folgte die FIS dem Vorbild des Leichtathletik-Verbandes. Ein negativer SRY-Gentest ist daher ab jetzt für alle notwendig, um teilnehmen zu dürfen. „Diese Richtlinie ist der Eckpfeiler unseres Engagements zum Schutz des Frauen­sports“, sagte FIS-Präsident Johan Eliasch. Und auch der ÖSV steht dem positiv gegenüber. „Es ist eine logische Konsequenz dessen, was auch der Leichtathletikverband gemacht hat. Wir begrüßen das, damit alle mit gleichen Mitteln kämpfen“, sagt Sportdirektor Stecher.