Studie zeigt auf

„Grias di, Chef“: In drei Viertel der Firmen wird geduzt

In den heimischen Betrieben geht es immer seltener formell zu: das Du-Wort ist zum Standard geworden.
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Die Tiroler:innen sind bekanntlich recht schnell miteinander per „Du“. Doch nicht nur hierzulande setzt sich die „Du-Kultur“ in den Unternehmen immer mehr durch.

„Grias di, Chef“: Was vor wenigen Jahrzehnten in vielen Unternehmen undenkbar war, ist in den meisten heimischen Betrieben inzwischen üblich. Es wird geduzt. Eine aktuelle Studie von Magenta Telekom liefert Einblicke in die österreichische Unternehmenskultur: Lediglich fünf Prozent der heimischen Betriebe nutzen das formelle „Sie“. Über die Alters- und Businessebenen hinweg setzen 75 Prozent heute ausschließlich auf das Du-Wort.

Der Blick auf die Branchendetails zeigt: Während die Ansprache in der Warenherstellung weiterhin nur zu 62 Prozent per „Du“ erfolgt, hat das Du-Wort insbesondere in der Gastronomie und Hotellerie (78 Prozent) Einzug genommen, gefolgt vom Handel (70 Prozent). Je größer das Unternehmen, desto häufiger ist die Ansprache abhängig von der Hierarchie.

Während in kleineren Firmen tendenziell flächendeckend das Du-Wort herrscht, bleibt man in der Kommunikation mit den Führungsetagen größeren Unternehmen, daher häufiger per „Sie“ – speziell in Wien.

Man spricht Deutsch

Auch wenn man in vielen Lokalen schon einmal Englisch hört: in den allermeisten Unternehmen bleibt die deutsche Sprache dominant. In 67 Prozent der Firmen wird ausschließlich Deutsch gesprochen – speziell in Kleinstunternehmen mit bis zu neun MitarbeiterInnen, aber interessanterweise auch in 65 Prozent der großen Unternehmen, die tendenziell internationaler aufgestellt sind.

Nur die Hälfte der Unternehmen sind aktuell voll besetzt, geben aber an, bei Bedarf schnell neue Mitarbeiter:innen zu finden. Hier zeigen sich größere Branchenunterschiede. Im Gegensatz zum Gesundheits- und Sozialwesen (gefolgt von der IT und der Dienstleistungsindustrie) fällt der Bau-, Grundstücks- und Wohnungsbranche das Recruiting verhältnismäßig schwer. Branchenübergreifend findet rund die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) schnell neue Mitarbeiter:innen. Nur 3 Prozent suchen händeringend – insbesondere in der Warenherstellung. (TT)