Schwazerinnen verdienen 23 Prozent weniger: ÖGB macht auf Lohnschere aufmerksam
Frauen im Bezirk Schwaz arbeiten statistisch gesehen ab 9. Oktober unbezahlt. Mit einer Einkommensdifferenz von 22,9 Prozent zwischen Männern und Frauen bildet der Bezirk das Schlusslicht in Tirol. Der ÖGB fordert mehr Transparenz und konkrete Maßnahmen gegen die Lohnungleichheit.
Im Bezirk Schwaz ist die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen besonders groß: Während Männer durchschnittlich 59.388 Euro brutto pro Jahr verdienen, erhalten Frauen nur 45.783 Euro – ein Unterschied von 13.604 Euro jährlich. Dies entspricht 84 "unbezahlten" Arbeitstagen für Frauen.
"Frauen in unserem Bezirk erhalten 13.604 Euro weniger – jedes Jahr und trotz gleicher Leistung! Damit muss Schluss sein, reden wir übers Geld", fordert Biljana Vrzogic, ÖGB-Regionalfrauenvorsitzende des Tiroler Unterlands. Die Statistik bezieht sich auf ganzjährige und ganztägige Beschäftigung, das Teilzeitargument greift hier also nicht.
Hoffen auf EU-Lohntransparenzrichtlinie
Tirols geschäftsführende ÖGB-Landesvorsitzende Sonja Föger-Kalchschmied sieht in Lohntransparenz den Schlüssel zu mehr Fairness: "Nur wenn sichtbar wird, wer wie viel verdient, können wir die Lohnschere schließen. Wir reden hier nicht über Einzelfälle, wir reden über strukturelle Ungerechtigkeit."
Hoffnung macht die neue EU-Lohntransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in Österreich umgesetzt werden muss. Künftig haben Beschäftigte das Recht zu erfahren, was Kolleg*innen für vergleichbare Arbeit verdienen. Verschwiegenheitsklauseln fallen weg, und Arbeitgeber müssen nachweisen, dass Gehaltsunterschiede gerechtfertigt sind.
Im EU-Vergleich steht Österreich schlecht da: Mit einem Lohngefälle von rund einem Fünftel pro Stunde liegt das Land auf dem drittletzten Platz. Der tirolweite Equal Pay Day fällt heuer auf den 25. Oktober, jener für ganz Österreich auf den 2. November.
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