Erst der Jubel, dann die Trauer: Schweinberger wird Sieg auf der World Tour aberkannt
Es sollte der erste World-Tour-Sieg ihrer Karriere werden, doch Tirols Rad-Ass Kathrin Schweinberger wurde in China wegen Abdrängens auf den letzten Platz gesetzt.
Chongming – Im Ziel der ersten Etappe der World-Tour-Rundfahrt „Tour of Chongming Island“ herzte Kathrin Schweinberger eine Team-Kollegin nach der anderen. Die Tiroler Profi-Radfahrerin hatte soeben den Massensprint der ersten Etappe nach 108,6 Kilometer gewonnen. Es war der erste Sieg der 28-jährigen Jenbacherin auf der höchsten World-Tour-Ebene – doch dann kam alles anders.
Wenige Minuten nach der Zieleinfahrt am Dienstag kamen die UCI-Verantwortlichen zusammen und setzten Schweinberger von Rang eins zurück auf den 87. und letzten Rang. Was war passiert? In der Wiederholung der Zielankunft war zu erkennen, dass die Tirolerin rechts von sich die Niederländerin Sofie van Rooijen gegen die Bande drückte. Der Beschluss: Die Fahrerin des US-Teams Human Powered Health wurde relegiert und ganz ans Ende des Feldes gesetzt.
„Ein Rückschlag ist nur der Anfang eines Comebacks“, schrieb ihr Team auf Instagram zu einem Bild der enttäuschten Schweinberger und machte Mut: „Nach einem unglücklichen Abstieg sind unsere fünf morgen wieder startklar.“ Die Betroffene selbst kommentierte das Geschehen online mit einem Jubelbild und darunter einem gebrochenen Herzen.
Der Sieg und die Ehre, als Erste das Trikot der Gesamtführenden zu tragen, ging daher nicht an Schweinberger, sondern an die eigentlich zweitplatzierte Australierin Georgia Baker. Am Mittwoch gibt es bereits die nächste Chance auf einen Sieg: Nach den flachen 128,6 Kilometern von Shanghai nach Chongming wird es wohl wieder auf Sprint hinauslaufen.
Für die Staatsmeisterin, die mit einem in Rot-Weiß-Rot gehaltenen Rad ihres Teams antrat, wäre es der erste Sieg auf internationaler Bühne nach dem Erfolg bei Dwars door de Westhoek (Belgien) im Vorjahr gewesen. Zwei Etappen in China gibt es noch.
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