Mit den Quadratmetern jonglieren
Auch wenn die Wohnfläche reduziert ist, kann man es sich absolut gemütlich machen, man darf bloß nicht alles glauben, was einem Wohngurus erzählen, wenn sie von Small Houses schwärmen.
Von Ursula Philadelphy
Für unsereinen heißt es schon ein bisschen kalkulieren und jonglieren, wenn man mit all seinem Hab und Gut in eine kleine Wohnung ziehen will – aber, die gute Nachricht, es ist absolut machbar und muss nicht ausschauen wie ein Möbellager. Man sollte nur ein paar Aspekte beherzigen.
Allem voran: Spiegel sind nicht blöd, damit kann man, wenn sie gut positioniert sind, Weite und mehr Räumlichkeit schaffen. Diesen Aspekt sollte man sich bei der Einrichtung aber bis ganz am Schluss aufheben, weil man den Lichteinfall in die Wohnung unbedingt im Verlauf der Tageszeiten einkalkulieren sollte.
Außerdem: Einrichten ist sowieso nicht ein Projekt von jetzt auf gleich, sondern dauert, bis man alles hat, was man braucht und will. Schiebetüren sind ebenfalls ein Thema, das man von Anfang an planen kann. Und zwar nicht nur für Schränke, sondern auch für einzelne Zimmer oder als Raumteiler. In Österreich gilt Rudda als Marktführer und hat eine breite Palette von Holz bis Glas, für sämtliche Stilrichtungen, im Angebot.
Stichwort Raumteiler. Hier gibt es eine ganze Fülle von kreativen Exemplaren. Schön der dreiteilige Paravent „Hilton“ aus Nußbaumholz, von Tarcisio Colzani für das italienische Label Porada. Er trennt den Raum mit lichtem Durchblick. Und nicht zuletzt ist auch „Rendez-Vous“ von Marco Carini für Agape multifunktional einsetzbar.
Bei Tischen und Sesseln empfehlen sich leichte Modelle, tunlichst mit Metallbeinen – wobei man bei diesem Thema ja inzwischen die maximale Qual der Wahl hat, denn Arne Jacobsen war hier ein Vorreiter der besonderen Art. Bei Normann Copenhagen findet sich der filigrane „Mat Chair“ , extrem umweltbewusst aus Seegras, und GamFratesi haben gerade für das dänische Label Gubi ihren „Beetle Chair“ in einer limitierten Sonderedition überarbeitet.
Quer durch die Wohnung, aber vor allem in Bad und Küche, sollte man den zeitlosen schwedischen Klassiker String keinesfalls vergessen. Hier reicht die Palette der 1949 von Kajsa und Nisse Strinning entworfenen, leichten Wandmöblierung inzwischen von klassischer skandinavischer Reduktion bis zu wirklich knallig bunten Komponenten.