6000 Beratungen pro Jahr

„Viele können sich ihre Fixkosten nicht mehr leisten“: Sozialberatung der Caritas gefragt

Für viele reicht das Geld für das Grundlegendste nicht mehr. Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb (l.) und Somi Jochum, Leiterin der Caritas-Sozialberatung, informierten über die aktuelle Lage in Tirol und präsentierten ein Regal mit Grundnahrungsmitteln für die KlientInnen der Sozialberatung.
© Caritas Tirol/D. Giesinger

Einsparungen des Landes im Behindertenbereich und bei anderen sozialen Einrichtungen hätten auch die Caritas schwer getroffen, sagte Elisabeth Rathgeb.

Innsbruck – Mehr als 111.000 Menschen in Tirol gelten laut Armutsbericht des Landes als armutsgefährdet. „Das ist eine sehr hohe Zahl für eine so wohlhabende Region“, sagte Elisabeth Rathgeb, Direktorin der Caritas Tirol. Und die Zahlen gehen nicht zurück.

„Besorgniserregend ist die versteckte Armut, die besonders Frauen betrifft.“ Das zeigt auch die Studie, die am Mittwoch von der Caritas Österreich in Wien präsentiert wurde – die TT berichtete. Viele suchen bei der Caritas nach Hilfe. „Allein in der Sozialberatung führen wir rund 6000 Beratungen im Jahr durch. Das ist nur die Spitze des Eisbergs, die wir dort sehen“, sagte Rathgeb.

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Hohe Mieten und die Energiekosten sind die Themen, die die Betroffenen am meisten beschäftigen. „Viele können sich ihre Fixkosten nicht mehr leisten“, sagte Somi Jochum, Leiterin der Sozialberatung. Den KlientInnen wird dann dabei geholfen, Anträge für Förderungen oder Zuschüsse zu stellen.

Wir wären massiv von den angekündigten Kürzungen im Sozialbereich betroffen gewesen.
Elisabeth Rathgeb (Caritas Direktorin)

Nicht nur Rat und Unterstützung finden die Betroffenen bei der Caritas in Innsbruck. Im Wartebereich der Sozialberatung gibt es Grundnahrungsmittel zur freien Entnahme. „Viele unserer Klientinnen und Klienten kaufen in Sozialmärkten ein – aber gegen Monatsende reicht selbst dafür das Geld oft nicht mehr.“

Kürzungen im Sozialbereich seitens der Politik träfen angesichts der Entwicklungen diejenigen, die ohnehin schon mit wenig auskommen müssen. Deshalb zeigte sich Elisabeth Rathgeb erleichtert, dass das Land die angekündigten Einsparungen zurückgenommen hat. „Wir wären davon massiv betroffen gewesen. Wir sind froh, dass das Land nun Gespräche angekündigt hat“, sagte sie.