Vier Gründe für die Trendwende der WSG Tirol: Die Mischung stimmte wieder
Beim 2:0-Sieg gegen BW Linz war seitens der WSG Tirol vom Premierentreffer (Boras), Startelf-Comeback (Naschberger, Geris) bis zur Torsperre vieles gelungen.
Das Wort „Befreiungsschlag“ wollte Philipp Semlic nach dem ersten Liga-Sieg seit Anfang August nicht in den Mund nehmen, stattdessen wiederholte der steirische Cheftrainer, was man bei der WSG Tirol auch in der siebten Oberhaus-Saison und mit bescheidenen Mitteln gebetsmühlenartig wiederholt: „Die größte Stärke ist die Klarheit im Verein. Unser großes Ziel bleibt der Klassenerhalt.“ Eine Analyse hat sich der Sieg gegen BW Linz dennoch verdient.
Potenzialspieler: „Ein Tor ist schön, die weiße Weste noch schöner“, spielte Abwehrhüne Marco Boras (199 cm) nach seinem Premierentreffer darauf an, dass die Defensiv-Null, die im zehnten Match zum ersten Mal stand, einen noch höheren Stellenwert hatte. Der 24-jährige Kroate war in der aggressiven Dreierkette neben Jamie Lawrence (22) und David Kubatta (21) der älteste Innenverteidiger: „Die Gegentore haben uns alle gewurmt. Wir haben viel darüber gesprochen und die richtigen Schlüsse gezogen.“ Und Semlic strich in Richtung des Torschützen und vielen anderen einmal mehr hervor: „Die WSG ist der richtige Platz für junge Spieler mit Potenzial.“
Teamplayer: Thomas Geris (links) und der längstdienende WSG-Profi Johannes Naschberger (rechts) sprangen auf den Flanken für Benjamin Böckle (nach Infekt noch nicht ganz fit) und Jamie Butler (verletzt) ein. Und beide – für Geris war es sogar das Liga-Saisondebüt – lieferten. „Hochachtung, was beide geleistet haben. Sie sind marschiert und haben gekämpft wie die Löwen. Ich möchte nach dem Sieg keinen herausstreichen, es war eine Leistung unseres Kollektivs“, erklärte Semlic, der sich auf seine professionellen Teamplayer verlassen konnte.
Der X-Faktor: Ein Stangentreffer, gefährlicher Freistoß und Schuss von der Mittellinie unmittelbar nach dem Wiederanpfiff untermauerten, dass Rückkehrer Nikolai Baden Frederiksen bei den Gegnern mit seinem starken linken Fuß für Alarmstufe Rot sorgen kann. „Er ist außergewöhnlich, es ist für ihn aber in den letzten Jahren viel falsch gelaufen. Deswegen müssen wir ihn wieder dahin bringen, wo er war“, betont Semlic, der den 25-jährigen Dänen erstmals in die Startelf beorderte.
Der Knipser: „Ich bin erleichtert und froh, dass wir es geschafft haben, zu null zu spielen“, atmete Kapitän Valentino Müller durch. Ein cool verwandelter Elfer war der bereits siebte Saisontreffer für den „Valle“, ehe er die WSG im ÖFB-Cup in Salzburg (Donnerstag) und in der Liga am Sonntag (beim WAC) wieder aufs Feld führen wird.
Erstes Spiel zu Null
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