Flugzeugträger in der Karibik

Säbelrasseln der USA: Die Kriegsangst in Venezuela steigt

Ein B1-B-Bomber der US Air Force begleitet von F-16-Kampfjets.
© AFP/South Korean Defence Ministry

US-Präsident Trump schickt Kriegsschiffe und strategische Bomber in die Karibik. Offiziell geht es um den Kampf gegen den Drogenhandel.

Caracas, Washington – Vor dem Hintergrund der seit Tagen anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela sind am Montag zwei Langstreckenbomber der US-Luftwaffe vor der Küste des Karibikstaats geflogen. Wie auf dem Flugverkehr-Trackingportal Flightradar24 zu sehen war, flogen die Überschallflugzeuge vom Typ B1-B parallel zur venezolanischen Küste und drehten dann wieder ab. Die beiden Bomber waren demnach von einem Stützpunkt im US-Bundesstaat North Dakota gestartet.

Es handelt sich bereits um die dritte Machtdemonstration dieser Art binnen zwei Wochen. In der vergangenen Woche war mindestens ein weiterer B1-B-Bomber nahe dem venezolanischen Luftraum aufgetaucht. In der Woche zuvor waren mehrere B-52-Langstreckenbomber nahe Venezuela geflogen.

Das US-Kriegsschiff Gravely vor der Insel Trinidad. Es operiert vor der Küste Venezuelas.
© AFP/Bernetti

Bereits über 50 Tote

Das US-Militär hatte seine Präsenz rund um den Karibikstaat in den vergangenen Wochen deutlich erhöht. Seit August entsandte das Pentagon insgesamt acht Kriegsschiffe, zehn F-35-Kampfjets und ein Atom-U-Boot in die Karibik. Die Schiffe sind dem Verteidigungsministerium in Washington zufolge Teil eines seit Wochen laufenden großangelegten Einsatzes gegen Drogenschmuggel. In dessen Verlauf wurden bereits 57 Menschen getötet. Das US-Militär erklärte gestern, dass es am Montag erneut drei Attacken auf vier Boote im östlichen Pazifik gegeben habe, bei denen insgesamt 14 Menschen getötet wurden.

US-Präsident Donald Trump wirft dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro vor, Drogenbanden zu kontrollieren. Die venezolanische Führung weist dies zurück und wirft den USA vor, die Regierung in Caracas stürzen zu wollen.

Auch mit Kolumbien verschärfen sich die Spannungen. Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Kolumbiens Präsidenten Gustavo Petro verhängt, dem sie mangelndes Vorgehen gegen Drogenkartelle vorwirft. Petro und US-Präsident Donald Trump waren jüngst wegen der umstrittenen US-Militäreinsätze gegen angebliche Drogenboote in der Karibik aneinandergeraten. Petro hatte den USA mehrfach Mord vorgeworfen, Trump bezeichnete ihn im Gegenzug als „Drogenboss“.

Flugzeugträger in die Region entsandt

Ende vergangener Woche entsandte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth einen Flugzeugträger in die Region. Die Verlegung des Flugzeugträgers „USS Gerald R. Ford“ – das weltweit größte Kriegsschiff ist 333 Meter lang und bietet Platz für bis zu 90 Kampfflugzeuge und Hubschrauber sowie mehrere Tausend Soldaten – könnte die Spannungen eskalieren lassen. Der Flugzeugträger ist auf dem Weg vom kroatischen Split in die Karibik.

Unterdessen haben Russland und Venezuela eine strategische Partnerschaft geschlossen. Die beiden Länder wollen die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Bergbau und Sicherheit ausbauen. (TT, APA, AFP, dpa)