ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

Vom Zivildienst zur Pflegeleitung

Ab Dezember in einer Führungsposition bei den tirol kliniken: Fabian Umlauft (33) hat seine berufliche Bestimmung gefunden und wird künftig die Urologie-Ambulanz am Landeskrankenhaus Hall leiten.
© Cornelia Vettori

Fabian Umlauft übernimmt die Pflegeleitung der Urologie-Ambulanz am LKH Hall.

Der 33-Jährige blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück – eine, die eher zufällig begann. „Eigentlich war es eine kurzfristige Änderung meiner Zivildienststelle, die mich damals ins Krankenhaus führte“, erinnert er sich. Als Hol- und Bringdienst in der Notaufnahme bekam er erste Einblicke in die Pflege – und wusste sofort: Das ist meins.

Es folgten die Diplomausbildung, ein Studium und 2016 der Start am LKH Hall. Bald übernahm er die Praxisanleitung für Auszubildende und neue Mitarbeiter:innen, später die stellvertretende Leitung der Ambulanz. Sein Ziel war klar: eine eigene Funktionseinheit zu führen. Die Grundlage dafür bot das Führungskräfteentwicklungsprogramm Nurse2-Lead, für das er von seinen Vorgesetzten nominiert wurde. Nach dem erfolgreichen Hearing erhielt er die Zusage zur Leitung der Urologie-Ambulanz, die ihn nun vor neue Aufgaben stellt.

Die Vielseitigkeit der Urologie

„Bei Urologie denken viele, das sei reine Männersache, doch wir haben viele Patientinnen, die an Blasen- oder Nierenerkrankungen leiden“, so Umlauft. Das Fachgebiet ist breit: „Wir betreuen Kinder ebenso wie ältere Menschen – von der unkomplizierten Harnwegsinfektion über Nierensteine bis zur Tumorbehandlung.“ Auch der Arbeitsalltag bietet viel Abwechslung: Dazu gehören Terminpatient:innen, aber auch Akutfälle und das Arbeiten im neuen Uro-Röntgen-OP, wo hochspezialisierte Eingriffe unter Strahlenbelastung erfolgen. Dafür benötigen Pflegekräfte eine spezielle OP-Sonderausbildung.

„Die Urologie ist auch mit viel Scham behaftet, speziell bei Inkontinenz“, sagt Umlauft. „Es gibt viele dankbare Rückmeldungen, wenn man offen über Themen spricht, über die sonst kaum jemand redet.“ Ziel sei es, die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern. Dabei arbeitet das Team eng mit dem niedergelassenen Bereich zusammen, der die Vorsorge übernimmt. Im Krankenhaus erfolgt die weitere Betreuung – von der Diagnose über die Operation bis zur Nachsorge. Viele werden über Jahre betreut – „das schafft eine vertraute, beinahe familiäre Basis“.

Verantwortung übernehmen

„Pflege ist Teamarbeit – wir schauen aufeinander und versuchen uns gegenseitig zu entlasten. Denn nur gesund können wir für unsere Patientinnen und Patienten gut da sein“, betont Umlauft. Im Krankenhaus gehen die Beziehungen oft über die Arbeit hinaus – viele Kolleg:innen verbindet eine langjährige Freundschaft. Auch seine Frau hat Fabian in den tirol kliniken kennen gelernt.

Teil des Ganzen

Zurzeit wird er von seiner Vorgängerin intensiv eingearbeitet. Er schreibt Dienstpläne, koordiniert Berufsgruppen und stellt den Betrieb sicher. Neben Personalverantwortung gehören auch Geräte- und Materialmanagement zu seinen Aufgaben. „Vom Skalpell bis zum Laser muss alles da sein, sonst steht der OP.“

Trotz Führungsaufgaben bleibt Umlauft weiter in der Pflege aktiv: „Das ist mir wichtig – man bleibt Teil des Ganzen.“ Besonders schätzt er, dass die tirol kliniken engagierte Mitarbeitende fördern: „Wer ein Ziel vor Augen hat und sich einbringt, bekommt Unterstützung. Das habe ich selbst erlebt.“