Das zufriedene Lächeln der Kunden
Assunta Gappmaier hat ihre Lehre in der Buchbinderei Sanders in Innsbruck abgeschlossen.
Assunta Gappmaier wurde im Mai in Wien bei der „Best of Talent“-Gala der Wirtschaftskammer für ihre hervorragenden Leistungen als bester Buchbinder-Lehrling des Landes geehrt. Sie erhielt diesen Preis für ihren Sieg beim Bundeslehrlingswettbewerb. Mittlerweile hat sie ihre Ausbildung in der Buchbinderei Sanders in Innsbruck abgeschlossen und will dem Traditionsbetrieb treu bleiben. Im Interview gibt die 27-Jährige Einblick in ihren Beruf und motiviert Jugendliche gleichzeitig, eine Lehre zu beginnen.
Wie verlief Ihr bisheriger beruflicher Werdegang?
Assunta Gappmaier: Neben dem Kunstgeschichtestudium habe ich schon in verschiedensten Bereichen gearbeitet (Hotellerie, MAK Wien, Kirchenrestaurator, Figurenfassen, Vergolden etc.). Jemand, der mich gut kennt, hat mir geraten: „Assunta, probier das Buchbinden einmal aus, das würde dir sicher gefallen.“
Was hat Sie dazu bewogen, eine Lehre zu beginnen?
Gappmaier: Mein Interesse am Handwerk – selbst Hand anzulegen und etwas mit den eigenen Händen zu schaffen.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
Gappmaier: Die Vielfältigkeit. Man braucht handwerkliches Geschick. Und arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien und Werkzeugen. Aber auch die Abwechslung gefällt mir sehr: vom Kundenkontakt über das Entwerfen und Kalkulieren bis hin zur Produktion – und am Ende das zufriedene Lächeln in den Gesichtern der Kunden zu sehen.
Beschreiben Sie bitte die Angebotspalette der Buchbinderei Sanders.
Gappmaier: So vielfältig wie unsere Kund:innen ist auch unsere Angebotspalette. Auf unseren Arbeitstischen liegen historische Bücher neben Firmenpräsentationen, Speisekarten, Kartonagen und Feinlederarbeiten. Wir materialisieren Ideen für Personen aus der Druckindustrie, der Architektur, dem Grafikdesign, der Hotellerie/Gastronomie, dem Archivwesen und der Kunst- und Kulturszene. Darüber hinaus geben wir unsere Begeisterung in Workshops weiter. Wir bieten übers Jahr rund 20 Handwerkskurse sowie Team-Events an.
Warum ist es so schwierig, Jugendliche für einen Lehrberuf zu begeistern?
Gappmaier: Ich denke, weil ein Lehrberuf konkreter und verbindlicher ist. Als Student ist man sehr flexibel und hat viele Freiheiten, sich in verschiedene Richtungen zu entwickeln. Das ist in der Lehre zwar nicht ausgeschlossen – wer zielstrebig und begeistert ist, kann viel erreichen – doch man steht von Anfang an mitten im Berufsleben. Diese Leichtigkeit ist da manchmal schwerer zu bewahren.
Was raten Sie jungen Lehrlingen?
Gappmaier: Freude, Begeisterung und echtes Interesse!
Wie sehen Sie die Karrierechancen in Ihrem Beruf?
Gappmaier: Ich freue mich zunächst darauf, als Buchbinderin noch mehr in die Tiefe zu gehen, Routine zu gewinnen und Erfahrung zu sammeln. Es gibt zudem auch ein sehr großes Weiterbildungsangebot im Ausland. Eine Option wäre, die Meisterprüfung zu absolvieren.