Von der Lehre in die Selbstständigkeit
Christian Dollinger hat eine Schlosserlehre absolviert. Heute leitet er in Volders ein Metallbau-Unternehmen mit über 30 Angestellten.
Von Nina Schrott
Manchmal beginnt Erfolg mit einem einfachen Entschluss: seinen eigenen Weg zu gehen. Für Christian Dollinger war dieser Weg einige Jahre nach seiner abgeschlossenen Metalltechnikerlehre ("Schlosser") gekommen, als er den Mut fasste, sein eigenes Unternehmen zu gründen. Heute beschäftigt der 47-Jährige über 30 Angestellte und hat sich vor einigen Jahren wegen stetigen Firmenwachstums sogar einen zweiten Geschäftsführer, Marco Pfeifer, ins Boot geholt. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg, wie er erzählt.
„An meine Lehre habe ich gute Erinnerungen“, verrät Dollinger. Er war Mitte der 90er-Jahre Lehrling bei der Schlosserei Graber, die heute in Hall zu finden ist. „Ich durfte von Anfang an gescheit mitarbeiten und habe dadurch viel gelernt“, erinnert er sich. Vor allem, wie wichtig Selbstverantwortung ist. „Das hilft mir heute noch immer.“ Die Entscheidung zur Metalltechnikerlehre kam für ihn mit Blick auf seine Vorfahren nicht von ungefähr: „Mein Opa war bereits Schlossermeister bei Swarovski und auch mein Vater hat eine Schlosserlehre gemacht und war danach beim Bund.“
Auch sein Weg führte nach der abgeschlossenen Lehre und dem Grundwehrdienst zum Kristallglashersteller nach Wattens. "2003 legte ich meine Meisterprüfung ab und vier Jahre später die Unternehmerprüfung", so Dollinger. Bis zur Selbstständigkeit sollten noch weitere drei Jahre vergehen, aber 2010 war es dann so weit: Dollinger gründete in Volders seine eigene Firma mit vorerst drei Angestellten. Sechs Jahre später, 2016, kam Marco Pfeifer, ebenfalls Metallbaumeister, als zweiter Geschäftsführer zum Unternehmen, was "Metallbau Dollinger" zu "Metallbau Dollinger & Pfeifer" machte, wie es bis heute in der Volderer Industriezone fortbesteht. Vor Kurzem wurde das 15-Jahr-Jubiläum gefeiert
Aber wie ist es überhaupt, den Schritt vom Facharbeiter zum Unternehmer zu wagen? „Wenn man die Entscheidung trifft, selbstständig sein zu wollen, muss einem klar sein, dass einen die Arbeit jeden Tag begleitet“, so Dollinger, „weil so richtig frei hat man nie.“ Dazu habe es durchaus Nächte gegeben, in denen er wegen Sorgen schlecht geschlafen habe. „Es gibt ständig Aufs und Abs“, betont er. „Gerade jetzt mit der wirtschaftlich schwierigen Lage werden die Zeiten nicht einfacher.“ Eine Sache, die Dollinger aber froh stimmt, ist, dass sein Sohn Florian mittlerweile im Unternehmen mitarbeitet. Der 27-Jährige hat nach seiner Metalltechnikerlehre die Meister- und Unternehmerprüfung abgelegt, genau wie sein Vater. „Das macht mich sehr stolz. Es ist schön, dass er sich gut in den Betrieb eingefunden hat“, erzählt er.
Obwohl Metalltechniker laut Dollinger, der für seine Berufsgruppe als Landesinnungsmeister tätig ist, äußerst gefragte Fachkräfte seien, gestaltet sich die Suche nach neuen Lehrlingen schwierig. Unter anderem führt er das auf die hohe Dichte an höher bildenden Schulen zurück, wie auch auf die Tatsache, dass viele Jugendliche bis zum Lehrlingsalter keinerlei Berührungspunkte mit einem Handwerk haben. „Das war in meiner Jugend anders. Es waren oft Arbeiten rund ums Haus zu erledigen, deshalb war einem das Handwerken nicht fremd“, so Dollinger.
Eines kann der Unternehmer aber mit Sicherheit sagen: „Nach einer Lehre zum Metalltechniker wird man immer Arbeit haben.“ Auch Schulabgänger möchte er motivieren, nach der Matura noch eine handwerkliche Lehre zu ergreifen, denn „es lohnt sich“.