Fünf Faustfeuerwaffen

Staatsschutz stellte der Hamas zugerechnete Waffen in Wien sicher

Fünf Faustfeuerwaffen wurden in Wien sichergestellt. (Symbolbild)
© APA/POLIZEI, AFP/ALEX HALADA

Fünf Faustfeuerwaffen und zehn zugehörige Magazine wurden in einem Lagerraum in Wien entdeckt. Ein 39-Jähriger ist in London festgenommen worden. Die Behörden gehen von einem weltweit agierenden Netzwerk aus.

Wien – Im Zuge von Ermittlungen gegen eine weltweit agierende terroristische Organisation mit Nähe zur Hamas ist in Wien ein Waffenversteck ausgehoben worden. Es bestehe der Verdacht, dass die Waffen für mögliche Terroranschläge in Europa gegen israelische oder jüdische Einrichtungen vorgesehen gewesen sein sollen, teilte die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) am Donnerstag mit. Ein 39-jähriger Brite sei als Tatverdächtiger am Montag in London festgenommen worden.

Die Festnahme erfolgte im Rahmen der international koordinierten Ermittlungen. In einem Koffer in einem angemieteten Lagerraum in Wien seien fünf Faustfeuerwaffen und zehn zugehörige Magazine sichergestellt worden. Das Waffenlager werde auslandsoperativen Strukturen der terroristischen Vereinigung Hamas zugerechnet, hieß es seitens der DSN.

Zusammenhang mit Festnahmen in Berlin

Mit weiteren Auskünften sind der Staatsschutz und das Innenministerium sehr zurückhaltend. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, heißt es auf Nachfrage. Von Überwachungen oder Festnahmen in Österreich ist nichts bekannt.

Offenbar handelt es sich aber um ein in mehreren Ländern aktives Netzwerk. Der in London festgenommene Mann habe sich nachweislich in Österreich aufgehalten. Der Fall steht auch im Zusammenhang mit der Festnahme von drei mutmaßlichen Hamas-Mitgliedern am 1. Oktober in Berlin.

Die deutsche Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass sie als sogenannte „Auslandsoperateure“ Waffen und Munition beschafft haben sollen - mit dem Ziel, Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen zu verüben. Die Hamas bestritt eine Verbindung zu den Festgenommenen.

„Null Toleranz gegenüber Terroristen“

„Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr: Die Direktion Staatsschutz Nachrichtendienst ist international exzellent vernetzt und geht konsequent gegen jede Form von Extremismus vor. Der Auftrag ist klar: Null Toleranz gegenüber Terroristen“, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) laut Aussendung.

Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) ergänzte: „Das engagierte Handeln und die sorgfältige Ermittlungsarbeit der DSN haben entscheidend zu diesem erfolgreichen Waffenfund beigetragen – ein starkes Zeichen für ihre Professionalität und ihren Einsatz für die Sicherheit von unseren Mitmenschen.“ (APA, TT)