Neuauflage des Geschlechter-Duells: Tennis-Queen Sabalenka fordert „Bad Boy“ Kyrgios
52 Jahre nach dem legendären „Battle of the Sexes“ kommt es zur Neuauflage des Tennis-Geschlechterduells. „Bad Boy“ Nick Kyrgios fordert die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka. Und die will von Show nichts wissen.
Der Vergleichskampf Mann gegen Frau hat nirgendwo sonst im Sport einen so hohen Stellenwert wie im Tennis. Oder einen solchen Legendenstatus. Unvergessen ist etwa der Deutsche Karsten Baarsch. Der 31-jährige Kettenraucher zündete sich 1998 am Platz von Melbourne sogar eine Zigarette an, als er Serena und Venus Williams abfertigte.
Noch weit bekannter ist der Auftritt des 55-jährigen US-Hobby-Spielers Bobby Riggs gegen Billie Jean King im Jahr 1973. Riggs hatte nur vier Monate zuvor Margaret Court 6:2, 6:1 besiegt – sein zweites Spiel wurde weltweit zum Hit und begründete mit dem Sieg der 29-jährigen US-Amerikanerin King mit 6:4, 6:3, 6:3 auch viel von deren Ruhm. Sogar Hollywood sprang 2017 auf das Thema an und verfilmte das Duell.
Nun, 52 Jahre nach diesem Duell und einige weitere kleinere Kämpfe der Geschlechter später, kommt es heuer zu einer Neuauflage des „Battle of the Sexes“. Es ist offiziell der vierte Teil der Saga, 1992 schlug Jimmy Connors Martina Navratilova mit 7:5, 6:2.
Doch es ist ein Teil, der am 28. Dezember nicht weniger interessante Charaktere auf den Tennisplatz von Dubai bringt. Denn mit dem seit Monaten mit seiner Form und Gesundheit kämpfenden Nick Kyrgios steht einer der besten, aber auch kontroversesten Spieler auf dem Platz. Der 30-jährige Australier pflegte über Jahre sein Image als „Bad Boy“ des Sports, kassierte Strafen über Strafen, war mit Vorwürfen der Gewalt gegen seine Freundin konfrontiert. 2022 schien die Wende zu gelingen, als er geläutert im Wimbledon-Finale stand. Und verlor.
Auf der anderen Seite ist Sabalenka, die das Jahr als Weltranglistenerste abschließen wird. Die 27-jährige Weißrussin kann gegen den auf Rang 652 der Welt abgestürzten Kyrgios de facto nur gewinnen. Und deshalb will die vierfache Grand-Slam-Siegerin von Show auch nichts wissen.
„Ich habe großen Respekt vor Billie Jean King und davor, was sie für den Frauensport geleistet hat. Ich bin stolz darauf, das Damentennis zu vertreten und Teil dieser modernen Interpretation des legendären Matches ‚Battle of the Sexes‘ zu sein“, blickte Sabalenka voraus. Es wird ein Spektakel – wenn auch mit weniger Drama als 1973.
Apropos Geschlechterduell: Hierzulande erinnern sich viele noch an das Duell 2009 Thomas Muster gegen Sybille Bammer. Der 42-jährige Muster gewann damals 6:3, 6:2.