Eine runde Sache
Ringe am Finger sind oft ein Zeichen der Verbundenheit, aber auch ein Ausdruck der Persönlichkeit und ein modisches Statement. Ein Fachmann gibt Tipps zur Wahl des richtigen Ringes.
Nicht immer ist der Ring, in den man sich beim ersten Anblick verliebt, auch die perfekte Wahl. Der Landecker Uhren- und Schmuckspezialist Gabriel Winkler verrät, worauf es ankommt, damit die Trägerin – und auch der Träger – lange Freude an dem schönen Stück haben.
Zarte Finger, großer Ring? – Was passt zu wem?
Gabriel Winkler: Die Proportion ist entscheidend: Schmale Finger wirken mit filigranen Ringen eleganter und nicht überladen. Umgekehrt vertragen breitere Finger auch auffälligere Ringe. Diese können sogar vorteilhaft wirken, wenn sie die Form der Hand optisch strecken, z. B. durch ovale Steine und Fassungen oder asymmetrische Designs und Formen.
Zur Materialwahl: Gold, Silber & Co – ist das abhängig vom Teint oder den Steinen?
Winkler: Ja, der Hautton spielt eine Rolle, wenn es bei der Materialwahl um die Farbe geht. Warme Hauttypen harmonieren meist besser mit Gelbgold, Roségold. Kühle, helle Hauttypen profitieren von Weißgold, Platin, Silber oder Tantalum. Auch die Steinfarbe sollte dazu passen – klare Farben wie Blau, Grün oder Weiß wirken gemeinsam mit kühlen Metallfarben sehr edel, während warme Töne wie Bernstein, Orange oder Champagner mit Gelbgold besser zur Geltung kommen.
Wann ist die beste Tageszeit zum Anprobieren?
Winkler: Am späten Vormittag oder frühen Nachmittag – Finger schwellen im Tagesverlauf leicht an. Morgens sind sie oft dünner, der Ring somit locker. Abends sitzen die Ringe meist etwas fest. Das ist aber nur ein Aspekt. Um die passende Größe zu eruieren, empfehle ich, den Fachhandel aufzusuchen. Hier bekommt man eine kompetente Beratung.
Wenn man heimlich einen Ring kauft, soll man lieber etwas größer antragen?
Winkler: Ja – den Ring lieber minimal zu groß als zu klein nehmen. Ein zu enger Ring lässt sich oft gar nicht erst anprobieren.
„Am wichtigsten ist, dass sich der Träger mit dem Schmuckstück identifiziert und wohlfühlt.“
Gabriel Winkler
Welche Mindestanforderungen sollte man an die Qualität stellen?
Winkler: Ein Ring für jeden Tag sollte aus robustem Material gefertigt sein – z. B. 585er Gold, Platin oder hochwertiges Silber. Die Ringschiene sollte nicht zu dünn sein, sonst droht Verformung. Auch die Fassung sollte solide gearbeitet sein, damit Steine nicht verloren gehen. Qualität zahlt sich hier langfristig aus.
Ein Ring muss mitwachsen – wie plant man für die Zukunft?
Winkler: Der Körper verändert sich im Laufe des Lebens und so auch die Finger. Wichtig zu wissen: Hochwertige Materialien wie Gold, Silber oder Platin lassen sich in der Regel auch Jahre später noch gut anpassen, was diese Schmuckstücke besonders zukunftssicher macht und über Generationen Freude beschert.
Statement-Piece versus Alltagsring: Was empfehlen Sie?
Winkler: Es gibt hier keine pauschale Lösung. Ein auffälliger Cocktailring oder ein großes Designstück ist perfekt für besondere Anlässe – hier darf’s ruhig extravagant sein. Für den Alltag empfiehlt sich ein schlichteres, komfortableres Modell, das beim Arbeiten nicht stört. Am wichtigsten ist es aber, dass sich die Trägerin bzw. deren Träger mit dem Schmuck identifiziert und wohlfühlt.
Auch die Praktikabilität ist ein Thema, insbesondere die Gefahr des Hängenbleibens. Was raten Sie?
Winkler: Ringe mit hohen oder spitzen Fassungen bleiben leichter hängen – z. B. an Kleidung, Haaren oder Taschen. Wer beruflich viel mit den Händen arbeitet, sollte flache, ergonomische Designs bevorzugen. Auch glatte Innenkanten und abgerundete Formen erhöhen den Tragekomfort. Um lange Freude an den Ringen zu haben, empfehlen wir, sie bei schwerer Tätigkeit abzulegen. So hat man länger Freude am Strahlen des Schmuckstücks.