Tiroler Delegation besuchte westukrainische Region Transkarpatien
Die bestehende Partnerschaft zwischen Tirol und Transkarpatien soll ausgebaut werden. Landtagspräsidentin Ledl-Rossmann sah eine „gelebte Verantwortung“.
Innsbruck – Eine Tiroler Delegation hat zur Vertiefung einer bestehenden Partnerschaft die westukrainische Region Transkarpatien besucht. Unter der Leitung von Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann (ÖVP) und dem Honorarkonsul der Ukraine in Tirol, Walter Peer, wurden bilaterale Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Raumordnung und Energie verfolgt, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Tiroler Landtags. Bereits im Vorjahr war ein Rahmenabkommen unterzeichnet worden.
Ziel der vom ukrainischen Botschafter in der Republik Österreich, Wassyl Chymynez, begleiteten Reise von 6. bis 8. November sei die strategische Vertiefung der regionalen Kooperation im Rahmen des Recovery Programme Ukraine Tirol (RPUT) gewesen, hieß es. Ledl-Rossmann sprach von einer „gelebten europäischen Verantwortung“, man verbinde „konkrete Hilfe mit Wissenstransfer und langfristigem Engagement auf Augenhöhe“.
Universitäres Austauschprogramm vereinbart
So seien unter Federführung des Dekans der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck, Jürgen Fuchsbauer, die universitäre Zusammenarbeit mit der Nationalen Universität Uschgorod diskutiert und intensiviert worden. Teil davon sei auch ein Austauschprogramm im kommenden Jahr. Weitere konkrete mit der Führung des Regionalrats, der Militärverwaltung und dem örtlichen Stadtrat diskutierte Felder seien der Austausch zu Tiroler Schlüsselkompetenzen wie Kleinwasserkraft oder eine Kooperation beim Aufbau von Rehabilitationskapazitäten gewesen.
Chymynez bedankte sich für das bereits in der Vergangenheit „offene Ohr für die Anliegen der Ukrainerinnen und Ukrainer in dieser so schwierigen Zeit“ und verwies auf bisherige Projekte der Bergschafe, Jugend Sommercamps oder den Transfer von Rettungsfahrzeugen. Dem ukrainischen Botschafter wurden erst am Donnerstag zwei weitere Rettungsfahrzeuge in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck übergeben.
Rahmenabkommen 2024 unterzeichnet
Vertreter Tirols und des Oblast Transkarpatiens in der vom Krieg gezeichneten Ukraine hatten im März 2024 eine Rahmenvereinbarung für den Wiederaufbau unterzeichnet. Inhalt der Vereinbarung war eine „vertiefende Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Bildung, Wirtschaft und Landwirtschaft“.
Unter anderem wurden 100 Tiroler Bergschafe nach Transkarpatien transportiert. Diese wurden Schafbetrieben in der Ukraine zum Aufbau einer professionellen Lämmerproduktion zur Verfügung gestellt. Die Kooperation ging laut Land Tirol auf einen Besuch einer Tiroler Delegation im Jahr 2023 zurück. (APA)