Wirtschaftskammer in der Krise

Thaler nimmt Plus für Funktionärsgagen zurück und fordert neuen Gehaltsabschluss

Tirols Wirtschaftskammerpräsidentin Barbara Thaler will den Gehaltsabschluss für die MItarbeiterinnen und Mitarbeiter aufschnüren.
© Thomas Böhm

Tiroler Kammerchefin fordert, dass Mitarbeiter im kommenden Jahr einheitlich 2,1 Prozent mehr Gehalt bekommen - statt 4,2 Prozent zur Jahresmitte. Der „Managementebene“ droht eine Nulllohnrunde.

„Ich nehme die Kritik der letzten Tage sehr ernst“: Nach der neuen Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, Martha Schultz, zeigte sich am Freitagabend in einer Aussendung auch die Tiroler Kammerchefin Barbara Thaler einsichtig. Sie kündigte an, im Bundesland die Erhöhung der Funktionärsentschädigungen zurückzunehmen. Thalers Bezug war ja ebenfalls kräftig von 6400 auf etwa 10.400 Euro brutto im Monat angehoben worden.Für die österreichweite Kammerorganisation fordert sie eine Rücknahme des umstrittenen Gehaltsmodells für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dieses Gehaltsmodell stand vor knapp zwei Wochen am Beginn der aktuellen Krise. Die Belegschaft hätte Anfang kommenden Jahres plus 4,2 Prozent bekommen sollen, über der Inflationsrate - während gleichzeitig die Kammer in allen Kollektivvertragsverhandlungen Zurückhaltung bei den Lohnerhöhungen fordert.

Echte Halbierung gefordert

Der zurückgetretene Kammerpräsident Harald Mahrer verteidigte dieses Modell, weil es immer auf die Vorjahre zurückgreife. Dann kündigte er eine Halbierung an, verschwieg aber ein wesentliches Detail: Tatsächlich wären die Gehälter am Jahresanfang gar nicht erhöht worden, zur Jahresmitte aber um die vollen 4,2 Prozent. Für die Belegschaft hätte dies den Vorteil, dass in den Folgejahren die Gehälter von einer höheren Basis ausgehend berechnet würden.

Thaler fordert nun eine echte Halbierung, also 2,1 Prozent ab Jahresbeginn und Basis für die Folgejahre. Die „Managementebene“ würde sie mit einer Nulllohnrunde konfrontieren. Eine Änderung bei der Gehaltserhöhung müsste auf Bundesebene beschlossen werden.

Zu den von Schultz angekündigten Reformen meint Thaler, dass in Tirol bereits „seit Monaten“ ein entsprechender Prozess laufe.

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