Nach 40-jähriger Karriere

Endlich ein (Ehren-)Oscar für Tom Cruise

Nach mehr als 40 Jahren in der Filmindustrie darf sich Schauspieler Tom Cruise über einen „Goldjungen“ freuen.
© MICHAEL TRAN

Die Sonderpreise werden für herausragende Lebenswerke verliehen. Auch Schauspielerin Debbie Allen und Szenenbildner Wynn Thomas durfte sich freuen. Sängerin Dolly Parton erhielt einen Preis für ihr soziales Engagement.

Los Angeles – „Plötzlich war die Welt so viel größer als die, die ich kannte. Ganze Kulturen, Leben und Landschaften entfalteten sich vor meinen Augen, und das löste etwas in mir aus. Es weckte meine Abenteuerlust, meinen Wissensdurst, mein Verlangen, die Menschheit zu verstehen, Charaktere zu erschaffen, Geschichten zu erzählen, die Welt zu sehen. Es öffnete mir die Augen.“ Er habe damals alles dafür getan, eine Eintrittskarte fürs Kino zu bekommen, erinnerte sich Schauspieler Tom Cruise in einer emotionalen Dankesrede an seine Kindheit zurück.

Jahrzehnte später durfte der heute 63-Jährige endlich seinen heiß ersehnten „Goldjungen“ in den Händen halten. Die Governors Awards-Gala in Los Angeles findet separat von der Hauptverleihung der Oscars statt und ehrt herausragende Lebenswerke im Filmgeschäft.

Viermal für Oscar nominiert

Cruise kann auf eine mehr als 40-jährige Karriere zurückblicken: Mit dem Spielfilm „Risky Business“ (1983) gelang dem damals Zwanzigjährigen sein Durchbruch. Blockbuster wie „Mission: Impossible“ oder „Top Gun“ machten ihn letztlich weltberühmt, auch weil er gefährliche Stunts so oft wie möglich selbst ausführte.

Tom Cruise mit zwanzig Jahren in „Risky Business“ (1983).
© imago stock&people

Viermal war er für einen Oscar nominiert: als bester Hauptdarsteller in „Geboren am 4. Juli“ (1990) und „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ (1997), als bester Nebendarsteller in „Magnolia“ (2000) sowie als Produzent von „Top Gun: Maverick“ (2023). Letztlich gewann er die Trophäe aber nie. Bis zuletzt.

Cruise über 60 Film- und Fernsehprojekte umgesetzt.

Sein Film „Top Gun: Maverick“ wurde der erste Blockbuster nach der Coronapandemie. Regisseur Steven Spielberg (78) sagte, Cruise habe so im Alleingang die Kinobranche saniert und Hollywood „den Arsch gerettet.“

Auch Dolly Parton geehrt

Weitere Sonderpreise gingen an Schauspielerin und Choreografin Debbie Allen (75) und den Szenenbildner Wynn Thomas (73). Erstere wurde als Tanzlehrerin Lydia Grant in „Fame - Der Weg zum Ruhm“berühmt und wirkte als Choreografin an zahlreichen Filmen mit. Thomas arbeitete hinter den Kulissen an Filmen wie „Do the Right Thing“, „Malcolm X“ oder „A Beautiful Mind“.

Tom Cruise, Debbie Allen und Wynn Thomas strahlten bei der Verleihung um die Wette.
© MICHAEL TRAN

Country-Sängerin Dolly Parton (79) erhielt für ihr soziales Engagement den Jean-Hersholt-Preis. Wegen gesundheitlicher Probleme konnte sie nicht anreisen, bedankte sich aber per Videobotschaft. Parton engagiert sich mit ihrer Stiftung vor allem für die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.

Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste Dolly Parton auch ihre Konzerte absagen.
© IMAGO/Jules Annan / Avalon

Der nach dem dänisch-amerikanischen Schauspieler und Philanthropen Jean Hersholt (1886 - 1956) benannte Sonderpreis wird nur in unregelmäßigen Abständen verliehen.

Wie die Nominierung abläuft

Die Governors Awards-Gala fand zum 16. Mal statt. Für diese Trophäen gibt es keinen Wettbewerb, sondern der Vorstand der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sucht Menschen aus, die einen besonderen Beitrag für Film und Gesellschaft geleistet haben.

Im vorigen Jahr waren unter anderem der Musik-Mogul Quincy Jones (1933-2024), die legendäre Casterin Juliet Taylor und die langjährigen Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson mit Ehrenpreisen bedacht worden. (APA, tt.com)