Frauen in der Geschichte Tirols: Museum Absam erinnert an Gretl Köfler und ihre Pionierarbeit
Am Dienstag um 20 Uhr würdigt das Gemeindemuseum Absam die im September verstorbene Historikerin, Archivarin und Publizistin Gretl Köfler (1937–2025): Eine Lesung erinnert an das Pionierwerk „Die Frau in der Geschichte Tirols“, das Köfler vor bald 40 Jahren gemeinsam mit Michael Forcher herausgegeben hat.
Absam – Unter dem Motto „Remember Dr.in Gretl Köfler“ erinnert das Gemeindemuseum Absam am Dienstag, den 25. November, an eine Tiroler Publizistin, die im Land vielfältige Spuren hinterlassen hat: Gretl Köfler, im September 2025 verstorben, war als Historikerin, Autorin, Archivarin, Architekturpublizistin und langjährige Mitarbeiterin in der Kulturredaktion der Tiroler Tageszeitung in verschiedenster Hinsicht eine Vorkämpferin.
So hat Köfler bereits 1984 im Buch „Widerstand und Verfolgung in Tirol“ die NS-Krankenmorde in Hall thematisiert und die Opfer der (euphemistisch so genannten) „Euthanasie“-Transporte aus der Heil- und Pflegeanstalt Hall nach Hartheim und Niedernhart das erste Mal namentlich genannt.
Pionierarbeit zu Frauen in der Geschichte Tirols
1986 publizierte Köfler zusammen mit dem Historiker und Verleger Michael Forcher das Buch „Die Frau in der Geschichte Tirols“. Das Werk gilt bis heute als Pionierarbeit, weil es erstmals in der regionalen Geschichtsschreibung die Rolle der Frau ins Zentrum der wissenschaftlichen und öffentlichen Aufmerksamkeit rückte.
Dementsprechend heißt es im Vorwort: „Die Geschichte Tirols ist reich an ‘Helden’: Friedl mit der leeren Tasche, Kaiser Maximilian, Michael Gaismair, Andreas Hofer, Peter Mitterhofer und viele andere. Bei gegebenen Anlässen werden sie gerne zitiert, um rühmliche Eigenschaften wie Tapferkeit, Vaterlandsliebe, Klugheit, Erfindungsgeist, Weit blick, Wissen, Fortschrittlichkeit auch in unserer Vergangenheit zu verankern.
Viele Frauen fühlen sich von dieser Heldengalerie nicht repräsentiert. Damit auch sie sich in der Geschichte wiederfinden, die eigenen Wurzeln erkennen, haben wir versucht, vergangene weibliche Lebensformen aufzuzeigen, Schicksale und Leistungen von Tiroler Frauen zu schildern und Entwicklungslinien ihrer politischen und sozialen Aktivitäten nachzuzeichnen, die bis in die Gegenwart reichen, ohne neue – diesmal weibliche – Heldendenkmäler zu schaffen.“
Am Dienstag um 20 Uhr liest Sophie Wendt im Gemeindemuseum Absam aus „Die Frau in der Geschichte Tirols“. Livemusik kommt von Anna Gratl auf einer originalen Stainergeige. Der Eintritt ist frei.
1937–2025