„Gemeinsam gegen Gewalt“

„Es braucht ein Wir im Kampf gegen Gewalt“: Tirol stellt neue Leitlinien vor

Das Internationale Hilfezeichen: Handfläche zeigen, Daumen anlegen, die anderen vier Finger drüber legen und wiederholen.
© Axel Springer

Mit dem Bekenntnis „Gemeinsam gegen Gewalt“ haben sich erstmals alle Tiroler AkteurInnen und Institutionen im Bereich Gewaltprävention und Gewaltschutz auf eine gemeinsame Basis und Zielrichtung verständigt

Innsbruck – „Gewalt an Frauen ist kein privates Problem, sondern ein gesamtgesellschaftliches“, sagt Landesrätin Eva Pawlata zum Auftakt der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Jedes Jahr werden weltweit von 25. November bis 10. Dezember Zeichen für den Schutz und die Rechte von Frauen und Mädchen gesetzt.

Auch das Land Tirol startet wieder eine Kampagne. „Das internationale Hilfezeichen ist ein Weg für Betroffene, mit einem Handzeichen auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt die Frauenlandesrätin. Das Zeichen ist einfach und kann auch hinter dem Rücken leicht umgesetzt werden: Handfläche zeigen, Daumen anlegen, die anderen vier Finger darüber legen und wiederholen. Um den stillen Hilferuf noch bekannter zu machen, findet er sich heuer auf rund 1400 in leuchtendem Orange. Die Taschen mit der Aufschrift „Ich trage Farbe gegen Gewalt“ werden tirolweit in Frauenschutz- und Frauenberatungseinrichtungen verteilt.

Landesrätin Eva Pawlata (Mitte), Thomas Beck, Kompetenzzentrum – Gewaltambulanz, und Andrea Laske, Gewaltschutzzentrum Tirol (r.) präsentierten am Montag neben der Kampagne auch die neuen Leitlinien in der Gewaltprävention.
© Land Tirol/Dominik

„Gewaltprävention und Gewaltschutz funktionieren nur mit einem funktionierenden Netzwerk. Deshalb haben wir mit einer ExpertInnen-Gruppe neue Leitlinien erarbeitet“, erklärt Eva Pawlata. Die Mitglieder der Gruppe vertreten Opferschutz und TäterInnen-Arbeit, Polizei und Justiz, Krankenanstalten sowie die Bereiche Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche, ältere und alte Menschen, Menschen mit Behinderungen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Für Thomas Beck, psychologischer Leiter des Kompetenzzentrums – Gewaltambulanz der Tirol Kliniken, und Andrea Laske, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Tirol stellt die Deklaration „Gemeinsam gegen Gewalt“ einen wichtigen Schritt in der Prävention dar. „Mit den Leitlinien bekennen wir uns dazu, Gewalt in all ihren Facetten vorzubeugen, Betroffene zu unterstützen und mit gewaltausübenden Personen zu arbeiten. Gleichzeitig wollen wir Abhängigkeitsverhältnisse sichtbar machen und abbauen“, betonen sie. (TT)

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