Wiederbelebte Tradition: Künstlerische Neujahrskarte zeigt diesmal Bergfeuer-Motiv
Auch für 2026 wird in Hall und Umgebung eine spezielle „Neujahr-Entschuldigungskarte“ aufgelegt. Das Motiv stammt diesmal von einer bekannten, in Wien lebenden Haller Künstlerin. Auch die Unesco würdigt die reaktivierte Praxis der Neujahrskarten, am 5. Dezember erfolgt die offizielle Urkundenverleihung.
Hall, Wien – Wie man eine altehrwürdige Tradition mit neuem Leben erfüllt, beweisen die Partisaner Garde zu Hall und die Marianische Kongregration (MK) seit Jahren eindrucksvoll mit der Auflage von „Neujahrs-Entschuldigungskarten“ zugunsten sozialer Zwecke in der Region. Dieser Tage wurde nun das künstlerische Motiv der Neujahrs-Entschuldigungskarte für das Jahr 2026 vorgestellt – und dieses bezieht sich selbst auf einen besonderen Tiroler Brauch.
Die in Wien lebende Haller Künstlerin Martina Tscherni hat die Tradition, zum Herz-Jesu-Fest Bergfeuer zu entzünden, am Beispiel des Bettelwurfs in einer Zeichnung gewürdigt. Der Kunstdruck ist in limitierter Auflage von 200 Stück erhältlich.
Tscherni, Absolventin der Hochschule für angewandte Kunst in Wien mit internationalem Renommee, ist trotz Wohnsitzes in der Bundeshauptstadt auch in Hall stark präsent: persönlich und mit ihrer Kunst. „Ihre“ Lärmschutzverglasungen beim Wohnprojekt Anna-Dengel-Straße in der Unteren Lend zeigen im Großformat ihre künstlerische Vorliebe für Mikroorganismen. Auch mit einer Ausstellung in der Haller Jesuitenkirche im Jahr 2023 stellte sie sich den Kunstinteressierten imposant vor.
Erhältlich bis Jahresende – solange der Vorrat reicht
Die „frischen“ Neujahrs-Enschuldigungskarten für Hall und Umgebung werden vom Lambichler-Sozialfonds der Partisaner Garde gegen eine Spende ab 100 Euro ausgegeben. Der Erlös fließt je zur Hälfte ans Projekt „Community Nursing“ des Gesundheits- und Sozialsprengels Hall und Umgebung und an die lokalen Vinzenzgemeinschaften (Hall, Schönegg, Absam, Mils) bzw. den Sozialverein Thaur.
Erhältlich sind die Karten bis 31. Dezember 2025 (bzw. solange der Vorrat reicht) an folgenden Stellen: Hypo Tirol Bank – Zweigstelle Hall; alle Apotheken der Region Hall – Absam – Mils – Thaur; Firma Scartezzini, Hall; Praxis Dr. Ludwig Spötl, Hall. Möglich sind außerdem Reservierungen per Email unter bestellung@neujahr.tirol oder per SMS bzw. Anruf unter 0676/9052071.
Unesco-Urkunde wird am 5. Dezember verliehen
War ursprünglich im 19. Jahrhundert die „Entschuldigung“ vor gesellschaftlichen Glückwunschverpflichtungen zu Neujahr der Anlass für die Karten, macht heute die Verbindung von Kunst und sozialer Unterstützung die Besonderheit aus. 2024 wurde die Praxis der Neujahrs-Entschuldigungskarten, wie berichtet, sogar ins Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Die offizielle Verleihung der Urkunde durch die Unesco findet am 5. Dezember 2025 in Krems an der Donau statt. Eine Haller Delegation wird natürlich vor Ort sein.
Nach Haller Vorbild wird auch in Lienz heuer bereits zum zweiten Mal (wieder) eine Neujahrs-Entschuldigungskarte für den guten Zweck aufgelegt. Auch in Südtirol lebt der Brauch in den Städten Sterzing und Bruneck seit einigen Jahren neu auf – und findet großen Zuspruch.
Bewerbung war erfolgreich
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