Retten, was zu retten ist: Bob-Piloten um Tiroler Treichl greifen beim Heimweltcup an
Aus dem Bob- und Skeleton-Weltcup wurde ein Bob-Weltcup: Der Sistranser Markus Treichl hält ab Samstag (09.15 Uhr) in Igls die Tiroler Fahne hoch. Eine weitere Top-Platzierung soll seine olympischen Medaillenträume nähren.
Kein Rodeln. Und auch kein Skeleton. Nur die Bobpilloten dürfen ab Samstag (9.15 Uhr) in Igls den Heimweltcup erleben. „Es ist nicht angenehm, wenn du als Skeletonpilot oder Rodler in die Bande krachst und einstichst“, zeigte das Sistranser Bob-Ass Markus Treichl durchaus Verständnis für die Sicherheitsbedenken der Athleten. Die nach dem folgenschweren Eiskanal-Umbau den neuen unteren Streckenabschnitt als nicht fahrbar (Rodeln) einstuften. Oder schlicht die Zeit fehlte, um sich den heiklen Teil zu erarbeiten (Skeleton) – das Sportland Tirol machte sich zum Gespött. Und die Bobs sollen nun retten, was überhaupt noch zu retten ist.
Treichl und seinen Branchenkollegen verhalf indes auch die Knautschzone zum Heimspiel. „Tricky, aber definitiv machbar für uns“, sagt der 32-jährige Sistranser. Wer von einer harten Hülle geschützt wird, muss wegen Bandenberührungen natürlich nicht gleich um die Olympischen Winterspiele bangen.
Und Cortina d’Ampezzo lautet das perfekte Stichwort. In Norditalien möchte der Tiroler im Februar seine Karriere krönen. Eine Laufbahn, in der sich der Heeressportler der Weltspitze gemeinsam mit seinen starken Anschiebern um Markus Sammer und Sascha Stepan annäherte. Mit großen Schritten.
Der Tiroler stach in der Durchbruch-Saison 2024/25 nämlich nicht nur mit seinem auffälligen Sportgerät ins Auge – die Silhouette einer Frau verweist auf den als Sponsor fungierenden Tiroler Saunaclub. Nein, Treichl schaffte es im Zweier- und im Viererbob erstmals auf das Weltcup-Podest.
Just Igls mutierte dann zum Dämpfer: Der Meniskusriss besiegelte das Saison-Aus und bescherte Treichl die längste Vorbereitung. „Ich muss sagen, dass der Rückstand kleiner ist als gedacht. In Cortina hat man gesehen, dass wir voll dabei sind.“ Im Viererbob raste Treichl beim Weltcup-Auftakt und der Olympia-Generalprobe als Vierter knapp am Podest vorbei. In seiner letzten Saison? „Die letzten Olympischen Spiele sicher, weiter habe ich noch nicht gedacht.“
Mit der Wahl-Tirolerin Katrin Beierl (Fünfte im Zweierbob) kratzte in Cortina eine weitere Österreicherin an den Medaillenrängen. In Igls startet die 32-Jährige wieder mit der gebürtigen Jamaikanerin und eingebürgerten Sprint-Vizeolympiasiegerin (2016) Christania Williams. Das jüngste rot-weiß-rote Bob-Podest in Igls fuhr Benjamin Maier im Februar 2017 im Zweierbob (3.) ein. Mit Markus Sammer, der am Samstag mit Treichl im Schlitten sitzt. Ein gutes Omen?
Bedenken wegen Sicherheit