„Seltener, bösartiger Tumor“

TV-Moderator schwer erkrankt: Thomas Gottschalk macht Krebs-Diagnose öffentlich

Thomas Gottschalk mit Frau Karina am Roten Teppich am Freitag bevor der TV-Moderator die „Romy“ für sein Lebenswerk erhielt.
© BARBARA GINDL

Seit Juli hat Thomas Gottschalk mit einer erschreckenden Diagnose zu kämpfen. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung machte die TV-Legende gemeinsam mit seiner Frau Karina seine Krebserkrankung öffentlich. Er wolle die Karten nun auf den Tisch legen. Über seinen Gesundheitszustand wurde nach Auftritten bei der „Bambi“– und der „Romy“-Verleihung in vielen Medien spekuliert.

„Ich habe Krebs“, sagte nun der 75-Jährige im Telefongespräch. „Epitheloides Angiosarkom“, laute die Diagnose, die ihr Mann im Juli dieses Jahres erhalten habe. Dabei handle es sich um einen seltenen, bösartigen Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgehe. „Thomas wurde sofort operiert. Sie mussten sowohl einen Teil der Harnleiter als auch von der Blase wegnehmen“, wird Karina Gottschalk zitiert.

Der TV-Moderator musste auch noch ein zweites Mal operiert werden, „weil noch viel mehr Gewebe vom Krebs befallen war, als vermutet.“ Schonen wollte sich Gottschalk jedoch nicht. Er machte weiter, wie bisher. „Das war wohl rückblickend mein größter Fehler“, gab er im Gespräch mit der Bild zu.

„Erst bei der Bambi-Verleihung realisierten wir, welche Nebenwirkung diese Medikamente haben“, sagte Gottschalks Ehefrau. Er selbst sagte der Bild weiter: „Ich war nicht darauf vorbereitet, dass mir jemals so etwas passieren könnte. Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken. Ich kannte mich so selbst nicht. Inzwischen weiß ich, das sind die Schmerzmittel.“

Verwunderung nach Fernseh-Auftritt von Gottschalk

Am Freitagabend hatte Gottschalk erneut bei einem Fernseh-Auftritt für Verwunderung gesorgt. Zwei Wochen nach seiner viel kritisierten Bambi-Moderation wurde er diesmal selbst ausgezeichnet, und zwar mit dem österreichischen TV-Preis Diamant-Romy. Bei der Preisverleihung in Kitzbühel wirkte er verwirrt, seine Stimme zitterte teilweise. Den Entertainer irritierte offensichtlich unter anderem die ihm zur Verfügung stehende Zeit. Schon bei der Bambi-Gala hatte er teils desorientiert gewirkt und sich verhaspelt.

Warum hatte der kranke Entertainer die Romy-Verleihung nicht abgesagt? Zu Bild sagte Gottschalk: „Dann wäre noch mehr Häme über mich hereingebrochen. Außerdem bin ich alte Schule und erfülle meine Verpflichtungen.“ Er habe überlegt, die Medikamente vor dem Auftritt wegzulassen, aber das hätten ihm seine Ärzte verboten. „Bei der Romy habe ich gemerkt, es hat keinen Sinn. Ich kann nicht mehr auftreten. Ich muss gesund werden“, sagte der 75-Jährige.

Ehefrau zu Urteilen über Gottschalk: „War für mich die Hölle"

Gottschalks Ehefrau Karina saß bei der Veranstaltung in Kitzbühel im Publikum und verfolgte die Reaktionen des Publikums laut Bild mit Tränen in den Augen. Auch in den sozialen Netzwerken wurde über den Auftritt geurteilt.

Karina Gottschalk sagte der Zeitung: „Das war für mich die Hölle, weil ich ja die Wahrheit kenne. Am liebsten hätte ich jeden angeschrien: Nein, es geht uns nicht gut. Vor allem Thomas geht es nicht gut. Er ist schwer krank!“

Von welcher Krebsart ist die Rede?

Beim Epitheloiden Angiosarkom handelt es sich um einen seltenen, bösartigen Tumor, der von den Zellen der Blutgefäße ausgeht. Sarkome umfassen bis zu 100 verschiedene, bösartige Tumoren, wie die Deutsche Sarkom-Stiftung auf ihrer Internetseite erklärt.

Sie machen demnach nur etwa ein Prozent aller Krebserkrankungen aus und werden deshalb oft erst spät erkannt oder falsch diagnostiziert. Die Prognose bei Angiosarkom-Erkrankungen sei „eher ungünstig“, heißt es weiter. Einfluss auf die Überlebenschancen nehmen demnach vor allem die Tumorgröße und die Tatsache, wie tief der Tumor bereits eingedrungen ist.

Starke Opioide wie zum Beispiel Morphin oder Fentanyl werden bei starken Krebsschmerzen gegeben. Nebenwirkungen können Benommenheit, Schwindelgefühl und Schläfrigkeit sein.

(dpa, TT.com)

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