Arbeitslosigkeit steigt weiter: Diese Branchen sind in Tirol besonders stark betroffen
Auf dem heimischen Arbeitsmarkt bleibt die Lage weiter angespannt. Österreichweit haben knapp 400.000 Personen keinen Arbeitsplatz. In Tirol brachten die frühen Schneefälle dem Tourismus einen kleinen Aufschwung.
An der Jobfront ist keine Entspannung in Sicht, die Arbeitslosigkeit klettert in weiten Teilen Österreichs weiter nach oben. Bundesweit waren zum Stichtag Ende November 399.199 Personen arbeitslos gemeldet oder nahmen an Schulungen des Arbeitsmarktservice (AMS) teil. Das entspricht einem Plus von 4 Prozent. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen das 32. Mal in Serie gestiegen, seit 2023 gab es österreichweit keinen Rückgang mehr. Insgesamt legte die Arbeitslosenquote im November um 0,3 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zu.
Kräftiger Anstieg in Innsbruck
Derselbe Trend spiegelt sich auch in Tirol wider, wenn auch etwas abgeschwächt. Wie das AMS Tirol meldet, sind hierzulande aktuell 21.778 Menschen ohne Job, zusätzlich bildeten sich 2667 Personen in Kursen und Schulungen fort. Überdurchschnittlich stark gestiegen ist die Arbeitslosigkeit in den Bezirken Innsbruck-Stadt und Innsbruck-Land, wo insgesamt ein Plus von 10,4 Prozent verzeichnet wurde. Auch in Kufstein legte die Zahl der Menschen ohne Job um 8,6 Prozent kräftig zu.
„Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung zeigt, dass sich in den Tiroler Ballungsräumen mehrere Trends überlagern“, erläutert Sabine Platzer-Werlberger, Geschäftsführerin des AMS Tirol. „Die wirtschaftliche Schwäche im Handel und in Teilen der Industrie trifft auf einen anhaltenden Zuzug in den Tiroler Zentralraum“, erklärt sie, das führe insgesamt zu einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Ein Viertel mehr Arbeitslose in der Verwaltung
Nahezu alle Branchen verzeichneten eine Zunahme der Arbeitslosigkeit, besonders betroffen sind die öffentliche Verwaltung (+26,6 %), das Gesundheits- und Sozialwesen (+18,1 %), der Handel (+11,9 %), der Bau (+11,1 %) sowie der Produktionsbereich (+6,2 %). Positive Signale kommen allerdings vom Tourismus: In der Gastronomie und der Hotellerie liegt die Arbeitslosigkeit mit einem Rückgang von 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. „Der frühe Schnee sorgt im Tourismus nun für positive Stimmung“, sagt Platzer-Werlberger. Diese könne sich auch auf andere Branchen positiv auswirken.
Insgesamt befinde sich der Tiroler Arbeitsmarkt „weiter in Bewegung“, sagt Platzer-Werlberger. „Sowohl die Zahl der Beschäftigten als auch der Arbeitslosen steigen, begleitet von einem tiefgreifenden Strukturwandel“, führt sie aus.
Eine rasche Besserung ist nicht in Sicht: „Erste Hinweise auf die angekündigte Erholung im Jahr 2026 sind mit viel gutem Willen und der Lupe bereits erkennbar“, kommentiert AMS-Vorstand Johannes Kopf. Er rechnet für das neue Jahr allerdings noch nicht mit einem kräftigen Wirtschaftswachstum, sondern erwartet eher „eine überschaubare Belebung“.
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