31-Jähriger in U-Haft

Mutmaßlicher Femizid an Grazer Influencerin: Waren auch Bruder und Stiefvater beteiligt?

Am Sonntag gaben die österreichischen und slowenischen Ermittlungsbehörden Details zu dem mutmaßlichen Femizid bekannt. Weitere Erhebungen laufen auf Hochtouren.
© APA/ERWIN SCHERIAU

Am Montag wurde die U-Haft über den 31-Jährigen verhängt. Auch gegen den Bruder und Stiefvater des Verdächtigen wird weiterhin ermittelt. Noch ist unklar, ob und inwieweit sie an der Tat beteiligt waren.

Graz – Zwei Tage nach dem Auffinden der Leiche der vermissten Grazer Influencerin in Slowenien ist am Montag die Untersuchungshaft über den 31-jährigen Ex-Freund der Frau verhängt worden. Die Ermittlungen der steirischen Kriminalisten richten sich nun auf die Detailerhebungen.

Weitere Befragungen sind vorgesehen. Ein Obduktionsergebnis lag am Montag noch nicht vor, hieß es seitens der Landespolizeidirektion. Der Leichnam wird wohl erst im Laufe der Woche nach Österreich überstellt.

Mit welchen Mitteln der gebürtige Slowene seine Ex-Freundin am Sonntag, den 23. November, wohl in ihrer eigenen Wohnung getötet hat, wird vorerst noch nicht von den Behörden bekannt gegeben. Eine Tatwaffe wurde jedenfalls nicht gefunden, sagte Fritz Grundnig, Sprecher der Landespolizeidirektion. Bisher unbestätigt blieben Medienberichte, wonach die 31-Jährige von ihrem Ex-Partner erwürgt wurde. Das Obduktionsergebnis dürfte Aufschluss darüber geben.

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Weitere Ermittlungen gegen Angehörige

Fragezeichen stehen noch hinter der Beteiligung des Bruders und des Stiefvaters des Verdächtigen. Beide sind am Wochenende für wenige Stunden in Untersuchungshaft gewesen, aber nach dem Geständnis des 31-Jährigen wurden sie aus der Haft entlassen. Die Ermittlungen gegen beide werden aber fortgeführt. Sie könnten von der Tat gewusst haben oder sogar an der Beseitigung der Leiche beteiligt gewesen sein.

Unklar ist laut Grundnig dabei noch, ob die weiteren Ermittlungen in dieser Causa von den slowenischen Behörden geführt werden. Denn wenn die Angehörigen „lediglich“ beim Vergraben des Koffers mit den sterblichen Überresten der Frau im Wald nahe Maribor beteiligt waren, haben sie das Delikt der Störung der Totenruhe auf slowenischem Staatsgebiet begangen.

Ausgebranntes Auto wird untersucht

Indessen wollen die Ermittler in den kommenden Tagen abermals den Verdächtigen sowie weitere Zeugen wie etwa Nachbarn befragen. Noch nicht genau geklärt ist, wie oft der 31-jährige Ex-Freund die österreichisch-slowenische Grenze am Tag der Tötung sowie in den Stunden und Tagen danach überquert hat. Bisher weiß man von zumindest einer Grenzüberquerung am Sonntag, am Tag der Tat, sowie am Montag, dem Tag danach.

Das Auto, mit dem er die Leiche über die Grenze gebracht hat, ist mittlerweile bei den österreichischen Behörden eingelangt und wird von den steirischen Ermittlern auf mögliche Spuren untersucht. Wie viel noch gefunden werden kann, ist aber unklar, denn der Verdächtige hat es Montagabend am Parkplatz eines Casinos mit Benzin selbst in Brand gesteckt. (APA)

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