Drei junge Männer radelten 2000 Kilometer für mehr Menschlichkeit
Lennart, Axel und Dominik fuhren mit dem Fahrrad von München nach Istanbul, um Spenden zu sammeln und Bewusstsein zu schaffen.
Innsbruck – Von München nach Istanbul – das sind rund 2000 Kilometer. Landschaftlich gibt diese Route viel her: Über den Westbalkan beeindrucken Länder wie Albanien, Nordmazedonien oder Serbien. Dieser Weg war und ist aber für viele Menschen auf der Flucht ein gefährlicher Pfad der Ungewissheit – voller Angst, Hoffnung und dem Wunsch nach einem besseren Leben. Die sogenannte westliche Balkanroute zählt zu den drei wichtigsten Migrationsrouten für Flüchtlinge in die EU.
Genau darauf wollten Dominik, Axel und Lennart aufmerksam machen – und starteten ein außergewöhnliches Projekt: Mit einem Tandem und einem Fahrrad machten sie sich Ende August auf den Weg von München nach Istanbul. Inspiriert wurden sie dabei von einem anderen sozialen Projekt, in dem Dominik sich engagiert. Er ist Teilnehmer des Caritas-Integrationsprojekts „Buddy“. Freiwillige begleiten dabei anerkannte Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte oder Asylwerbende und unterstützen sie im Alltag beim Ankommen in Österreich. Dominik engagiert sich für seinen Buddy-Partner Anas, einen jungen Mann aus Syrien, und hilft ihm, die Herausforderungen des neuen Lebens zu meistern.
Spenden sammeln, Bewusstsein schaffen
„Anas ist ebenfalls über den Westbalkan nach Europa gekommen. Das war auch ein Grund, warum wir genau diese Route gewählt haben“, erklärt Dominik Henigin. Das Ziel der drei Radler war es nicht nur, Istanbul zu erreichen, sondern dabei auch Spenden für Menschen auf der Flucht zu sammeln. Unterstützt von Misereor, dem katholischen Hilfswerk in Deutschland, nutzten die drei jungen Männer ihre Reise, um Kilometer zu radeln und Bewusstsein zu schaffen.
Angekommen in der türkischen Metropole Mitte September waren auf dem Spendenkonto bereits 2000 Euro eingegangen. Die Reise auf der Balkanroute und das Engagement im „Buddy“-Projekt haben eines gemeinsam. Sie zeigen: Menschlichkeit kennt keine Grenzen. (TT)