Frühere EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini festgenommen
Der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es „starke Verdachtsmomente“ für Betrug im Zusammenhang mit der Ausschreibung für ein Ausbildungsprogramm für europäische Diplomaten. Mogherini ist als Universitätsrektorin involviert.
Brüssel – Die ehemalige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini ist im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf Missbrauch von EU-Geldern festgenommen worden. Mogherini befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus Ermittlungskreisen.
In dem Verfahren geht es um Geld der Elite-Universität College of Europe in Brügge, der Mogherini inzwischen als Rektorin vorsteht. Die italienische Sozialdemokratin war in den Jahren 2014 bis 2019 die Chefdiplomatin der Europäischen Union.
Auf Antrag der Europäischen Staatsanwaltschaft (EPPO) hatte die belgische Polizei mehrere Gebäude des diplomatischen Dienstes der EU (EAD), des College of Europe sowie die Wohnungen von Verdächtigen durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, wurden drei Personen festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, es gebe „starke Verdachtsmomente“ für Betrug im Zusammenhang mit einer Ausschreibung für ein neunmonatiges Ausbildungsprogramm für Nachwuchsdiplomaten in den Jahren 2021 und 2022. Die Ausschreibung war vom diplomatischen Dienst vergeben worden, das College bekam den Zuschlag.
Das College of Europe ist eine Einrichtung, in der Hochschulabsolventen aus den EU-Mitgliedstaaten auf eine mögliche Karriere in der EU vorbereitet werden. Es lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab. Der EAD war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (APA, Reuters, AFP)