Streikwelle in der Sozialwirtschaft rollt weiter
Bis Donnerstag legen Mitarbeiter der Sozialwirtschaft stundenweise ihre Arbeit nieder. Warnstreiks laufen auch in Tirol, heute etwa bei den ISD.
Im Ringen um höhere Löhne in der Sozialwirtschaft haben am Dienstag die angekündigten Warnstreiks begonnen. Am Vormittag wurde bundesweit an knapp 300 Standorten stundenweise die Arbeit niedergelegt. In Tirol wurden Streiks an sieben Standorten gemeldet, etwa beim Sonnenpark in Lans und bei der Suchthilfe in Hall.
Am Mittwoch rollt die Streikwelle weiter. In Tirol setzen sich die Proteste laut Gewerkschaftsangaben etwa bei Pro Juventute in Brixlegg und den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) fort, am Donnerstag folgen weitere Standorte. Mit den Warnstreiks wollen die Arbeitnehmer ihrer Forderung nach vier Prozent Lohnerhöhung Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber verwiesen zuletzt neuerlich auf die äußeren Umstände, die eine Erfüllung dieser Wünsche unmöglich machen würden.
Bis einschließlich Donnerstag wollen die rund 130.000 Beschäftigten in den privaten Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufen mit Streiks die Arbeitgeber dazu bringen, ihr Angebot nachzubessern.
„Angebot deutlich zu wenig“
GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz zeigte sich über den Zuspruch angetan: „Die Arbeitgeber müssen endlich zur Erkenntnis gelangen, dass ihr Angebot deutlich zu wenig ist. Die Beschäftigten haben Rechnungen zu bezahlen und kämpfen für ihren Kollektivvertrag.“
Sorgen müssten sich Klienten der Betriebe bzw. deren Angehörige keine machen, versicherte ein GPA-Sprecher. Die Streiks würden aber dennoch so ausfallen, dass die Arbeitgeberseite sie „spüren“ werde. Möglich seien etwa Ausfälle von Ausflügen für Senioren oder die Schließung für den Kundenverkehr für einige Stunden, etwa in der Suchtberatung. (TT, APA)