Dominanz im Bieter-Streit

Mega-Deal: So viel zahlt Netflix für TV- und Filmstudio von Warner Brothers

Paramount galt als größter Konkurrent im Streit um die Übernahme von Warner Brothers. Am Ende konnte sich Netflix durchsetzen.
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Nach der Abspaltung des Warner-Geschäftsbereichs „Discovery Global“ kauft Netflix den Medienkonzern für umgerechnet rund 71 Mrd Euro.

Los Angeles – Der Streaming-Riese Netflix übernimmt das Hollywood-Urgestein Warner Brothers. Der Abschluss wird nach der geplanten Ausgliederung der internationalen Sendergruppe Discovery Global in ein eigenes börsennotiertes Unternehmen erwartet. Dieser Schritt soll im dritten Quartal 2026 erfolgen.

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„Unsere Mission war es schon immer, die Welt zu unterhalten“, sagte Netflix-Co-Chef Ted Sarandos der Mitteilung zufolge. Mit Warner Bros' „unglaublicher Bibliothek an Serien und Filmen“ könne Netflix das noch besser erreichen. „Die heutige Ankündigung vereint zwei der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Storytelling, um noch mehr Menschen die Unterhaltung zu bieten, die sie am liebsten sehen“, sagte David Zaslav, Präsident und CEO von Warner Bros. Discovery.

Bieter-Wettstreit mit Paramount

Der Medienkonzern hatte sich im Oktober offiziell zum Verkauf gestellt, nachdem mehrere Übernahmeangebote eingegangen waren. Dazu gehören neben den Hollywood-Studios und dem Streaming-Dienst HBO Max auch mehrere Fernsehsender.

Im Jahr 2024 kauften Filmproduzent David Ellison und seine Familie die Filmproduktionsgesellschaft Paramount. Sie galten als größte Konkurrenten im Kampf um Warner Brothers.
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Als schärfster Konkurrent von Netflix im Bieter-Wettstreit galt Paramount. Der alte Hollywood-Rivale von Warner wurde erst kürzlich selbst vom milliardenschweren Filmproduzenten David Ellison und dessen Familie übernommen. Ellison wollte mit der Übernahme von Warner auf einen Schlag an Größe gewinnen

Netflix holt sich Batman und „Game of Thrones“

Netflix holt sich mit dem Zukauf unter anderem Batman und Superman sowie zahlreiche HBO-Serien von „Game of Thrones“ bis „Die Sopranos“ ins Haus. Zugleich wäre der Dienst dann auch im Kino-Geschäft aktiv – bisher lehnte Netflix es stets ab, seine Filme groß in Kinos zu bringen und konzentrierte sich lieber aufs Streaming.

Der Serien-Hit Game of Thrones wandert durch die Übernahme zu Netflix.
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Das Netflix-Gebot entspricht CNN zufolge einem Preis von 28 Dollar (24 Euro) pro Aktie für das Studio- und Streaming-Geschäft. Paramount bot demnach etwa 27 Dollar, wollte aber im Gegensatz zu Netflix den gesamten Konzern samt der TV-Sender kaufen. Die Aktie von Warner Bros. Discovery ging am Donnerstag bei rund 24,50 Dollar aus dem Handel. Netflix will Warner zudem eine Vertragsstrafe von 5 Mrd. Dollar zahlen, falls der Deal am Widerstand von Wettbewerbshütern scheitern sollte.

Die Überlegungen dazu sind nicht unbegründet: Netflix ist der klare Marktführer im Streaming-Geschäft. Das vergangene Jahr schloss der Dienst mit gut 300 Millionen zahlenden Kundenhaushalten weltweit ab, danach wurden keine Zahlen mehr genannt. HBO Max lag zuletzt bei 128 Millionen Abo-Kunden.

Politische Komponente: Kontrolle über CNN

Die Übernahmeschlacht hatte auch eine politische Dimension. Netflix‘ Bieter-Konkurrent Paramount wurde hauptsächlich mit dem Geld des Software-Unternehmers Larry Ellison gekauft, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Nach der Übernahme gab es Änderungen in der Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS.

In den USA wurde in den vergangenen Wochen daher immer wieder die Frage aufgeworfen, ob der Nachrichtensender CNN, der zu Warner Bros. gehört und oft kritisch über die Trump-Regierung berichtet, im Besitz der Ellison-Familie einen anderen Ton einschlagen würde. (APA, dpa)