Kritik an Israel-Entscheidung

ESC: Mitarbeiter von Portugals Öffentlich-Rechtlichem für Boykott

Auch Salvador Sobral, der 2017 den ESC für Portugal gewann, kritisiert die Entscheidung seine Heimatlandes am kommenden Liederstreit in Wien teilzunehmen.
© imago images/ZUMA Wire

Der Sender RTP solle seine Teilnahme am Eurovision Songcontest in Wien nochmals überdenken, fordern Beschäftigte. Eine Teilnahme Israels, trage zur Normalisierung eines Staates bei, dem Kriegsverbrechen vorgeworfen werden.

Beschäftigte des portugiesischen Staatsfernsehens RTP protestieren gegen die Entscheidung des Senders, an der kommenden Ausgabe des Eurovision Song Contests im Mai in Wien teilzunehmen. In einer Stellungnahme der RTP-Mitarbeiter, die in Medien veröffentlicht wurde, heißt es, die Teilnahme der israelischen Rundfunkanstalt Kan trage„zur Legitimation und Normalisierung eines Staates bei, dem Kriegsverbrechen vorgeworfen werden“.

Der RTP-Verwaltungsrat wurde aufgefordert, seine Position dringend zu überdenken. Nach der jüngsten Entscheidung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) wird Israel am Wettbewerb teilnehmen, weshalb bereits Spanien, Irland, die Niederlande und Slowenien ihre Nicht-Teilnahme angekündigt haben.

Kritik auch von ESC-Gewinner Salvador Sobral

Auch Salvador Sobral, Gewinner des Eurovision Song Contests 2017, kritisierte den Sender scharf. In einem auf Instagram geteilten Video bezeichnete er die Haltung der RTP als heuchlerisch und politisch feige. „Der Ausdruck ‚es allen recht machen‘ war noch nie treffender. Der nationale Sender zeigt ein Konzert für Gaza und hat gleichzeitig Angst, das Richtige zu tun“, sagte der Musiker.

Die RTP-Mitarbeiter folgen dem Beispiel der Beschäftigten von Italiens öffentlich-rechtlicher TV-Anstalt RAI. Die Gewerkschaft der RAI-Beschäftigten schrieb am Freitag, ein Rückzug Italiens vom ESC würde „ein deutliches Zeichen des Widerspruchs“ senden und die Nation mit „der wachsenden Gruppe von Ländern vereinen, die sich öffentlich von den Handlungen der israelischen Regierung distanzieren“. Mit einem Rückzug würde man zeigen, „wie sehr Italien die Werte menschlicher Würde, Gleichheit und Gerechtigkeit achtet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. (TT, APA)

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