Auch auf Social-Media angesprochen

Jugendliche als Kriminelle angeworben: 193 Festnahmen durch Europol

Auch über Social Media wurden Jugendliche angeworben oder gezwungen, kriminelle Delikte zu begehen.
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Ein kriminelles Netzwerk wurde von einer Sondereinheit von Europol ausgehoben. In diesem wurden Jugendliche zu Verbrechen angestachelt oder sogar gezwungen. Sogar in Social Media gab es Werbung dafür.

Den Haag - Kriminelle Netzwerke bieten laut Europol in Europa zunehmend Verbrechen als Dienstleistung an und rekrutieren dafür junge Leute im Internet. Das teilte die Polizeibehörde der EU in Den Haag mit. Im Kampf gegen diese Auftragskriminalität habe eine Sondereinheit von Europol insgesamt 193 Personen festgenommen. Die Einheit wurde den Angaben zufolge im April gegründet. Sie habe schon mehrere kriminelle Netzwerke gestoppt.

Die Gruppen richten sich laut der Polizeibehörde gezielt an junge und oft unerfahrene Täter. Diese würden zu Verbrechen angestachelt oder gezwungen. Die Delikte reichten von Bedrohungen und Erpressungen über Folter bis zu Mord. "Verbrechen als Dienstleistung" nimmt nach Angaben der Polizeibehörde in Europa stark zu. Der Trend sei zunächst in Schweden festgestellt worden und habe sich dann in Europa ausgebreitet.

Anwerbung in sozialen Medien

Demnach bieten die kriminellen Netzwerke ihre Dienste meist online an. Sie seien in mehreren Ländern tätig. Spezialermittler aus elf europäischen Ländern, darunter Deutschland, arbeiten nach Angaben von Europol in der Sondereinheit zusammen. Sie versuchten gezielt, die Rekrutierung der Banden vor allem in den sozialen Medien zu stoppen.

Europol-Direktor Rob Wainwright konnte mit Beamten einer Sondereinheit bereits mehrere mutmaßliche Täter festnehmen.
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Seit dem Start der Sonderheit wurden den Angaben zufolge 63 mutmaßliche Täter festgenommen, wodurch Gewaltverbrechen direkt verhindert worden seien. Als Beispiel nennt Europol die Festnahme von zwei 26 und 27 Jahre alten Männern in den Niederlanden. Sie stehen im Verdacht, im Mai einen Mordversuch in Tamm in Baden-Württemberg unternommen zu habe.

Ein weiteres Beispiel: In Schweden und Deutschland wurden drei Verdächtige festgenommen, die in den Niederlanden Ende März drei Menschen getötet haben sollen. Unter den 193 Festgenommenen sind der Behörde zufolge darüber hinaus 84 Anwerber, 40 Mittäter sowie 6 Anstifter. (APA/dpa)