Pressefreiheit in Gefahr: Warum 2025 ein dunkles Jahr für den Journalismus war
Krieg, Kriminalität und gezielte Angriffe: Der Beruf des Journalisten bleibt lebensgefährlich. Das belegt der neue Bericht von Reporter ohne Grenzen (RSF). Die Organisation kritisiert ein massives Versagen von Regierungen beim Schutz der Pressefreiheit.
In den zurückliegenden zwölf Monaten wurden weltweit 67 Journalistinnen und Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet. Wie die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RSF) in ihrer Jahresbilanz der Pressefreiheit mitteilt, wurden die allermeisten von ihnen zu Opfern von Kriegen oder kriminellen Netzwerken. Im 2024 starben 54 Journalistinnen und Journalisten.
Die bedrohlichste Region blieb der Gazastreifen, wo 29 Reporter ihr Leben verloren, gefolgt von Mexiko mit neun Todesopfern.
Anja Osterhaus, die Geschäftsführerin von RSF Deutschland, unterstreicht die dramatischen Folgen: „Jede tote Journalistin und jeder inhaftierte Reporter sind auch für uns in Deutschland eine Mahnung: Wer Journalist*innen angreift, nimmt uns allen das Recht, uns ungehindert zu informieren.“ Sie betont, man müsse Regierungen weltweit zum Handeln bringen, denn: „Wenn diejenigen, die kritisch berichten, um ihre Freiheit oder sogar um ihr Leben fürchten müssen, steht die Demokratie weltweit auf dem Spiel.“
Martin Wassermair, Generalsekretär der österreichischen RSF-Sektion, fügt hinzu, dass es sich dabei nicht um Unfälle handle: „Journalistinnen und Journalisten sterben nicht einfach so im Einsatz – sie werden gezielt getötet!“ Er beklagt ein „großes Versagen von Regierungen und internationalen Organisationen“, die kaum noch Engagement zeigten, den Schutz journalistischer Arbeit völkerrechtskonform zu gewährleisten.
Länder mit der höchsten Pressefreiheit
1. Norwegen
2. Finnland
3. Schweden
4. Dänemark
5. Costa Rica
6. Niederlande
7. Jamaika
8. Neuseeland
9. Portugal
10. Schweiz
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13. Deutschland
18. Österreich
Hunderte Reporter im Gefängnis oder vermisst
Auch willkürliche Verhaftungen stellen für Medienschaffende in vielen Regionen ein hohes Risiko dar. Dem RSF-Bericht zufolge sitzen derzeit 503 Journalistinnen und Journalisten in 62 Ländern hinter Gittern – das sind etwas weniger, als RSF im Vorjahr gezählt hatte. Die meisten Inhaftierungen gibt es demnach in China (121), gefolgt von Russland (48) und Myanmar (47). Russland hält zudem mit 26 ukrainischen die meisten ausländischen Medienschaffenden gefangen. Dahinter folgt Israel, wo 20 palästinensische Reporter festgehalten werden.
Länder mit der niedrigsten Pressefreiheit
171. Vietnam
172. Dschibuti
173. China
174. Eritrea
175. Turkmenistan
176. Nordkorea
177. Tadschikistan
178. Ägypten
179. Libyen
180. Somalia
Darüber hinaus gelten 135 Medienschaffende als vermisst, einige von ihnen bereits seit mehr als drei Jahrzehnten. Obwohl es in 137 Ländern Vermisstenfälle gibt, verschwand die Mehrheit im Nahen Osten und in Lateinamerika. Besonders viele Fälle meldet RSF aus Syrien, wo zahlreiche Reporter unter der Herrschaft von Bashar al-Assad spurlos verschwanden. Gleiches gilt für Medienschaffende, die von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ als Geiseln genommen wurden; auch sie führt RSF mittlerweile als vermisst. An zweiter Stelle bei den Vermisstenfällen steht Mexiko. (TT, dpa, APA)
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