Süchtig nach Kulis

Legami-Stifte für Weihnachten sind ausverkauft, Fans fiebern schon Ostern entgegen

So sah die Weihnachtsedition aus.
© Alexandra Plank

Der Run auf die bunten, radierbaren Stifte der italienischen Firma Legami setzte bereits lange vor dem Advent ein. Schon seit zwei Wochen ist die Weihnachtsedition im stationären Handel ausverkauft. Online wird’s teurer.

Schon zu Jahresbeginn war der Hype um die coolen Kulis ‒ sie sind bunt, tragen lustige Tiermotive und bringen Millionen ‒ groß: Die radierbaren Stifte der italienischen Firma Legami sind aber aus Tirols Schulen nicht mehr wegzudenken. Besonders groß war der Run auf die Weihnachtsedition, wie uns der Leiter von Robin Book in Innsbruck erzählt: „Ich habe 1000 Stifte-Sets bestellt, binnen kürzester Zeit waren sie weg. Die Adventkalender waren nach einem Tag ausverkauft.“ Welchem Erwachsenen es auch immer gelang, die drei Stifte mit einem Nussknacker, einer Balletttänzerin und einem Mäusekönig für seine Kinder zu ergattern ‒ eine dicke Umarmung war ihm/ihr sicher.

Sie sind hochwertig, haben ein tolles Design und sind nachfüllbar, was den ökologischen Aspekt unterstreicht.
Sonja Altenburger, Sprecherin des Buchhandels
Sonja Altenburger, Fachverband Buch- und Medienwirtschaft
© WK

Sonja Altenburger, Fachverband Buch- und Medienwirtschaft der Wirtschaftskammer Tirol, versteht, dass sich alle um diese Stifte reißen. „Sie sind hochwertig, haben ein tolles Design und sind auch nachfüllbar, was den ökologischen Aspekt unterstreicht.“ Die Firma Legami lasse sich auch immer wieder etwas Neues einfallen: Nun ist erstmals eine umfassende Kollektion für Erwachsene im Gespräch.

Die lustigen Kulis erobern die Büros

Doch Branchen-Insider berichten, dass die radierbaren Stifte schon jetzt den Weg in die Büros der Erwachsenen angetreten haben, weil sie einfach so „praktisch“ sind. Ein Konzept der Firma ist, dass nur ausgewählte Fachhändler mit ihren Produkten beliefert werden. Man kann auch nicht nachbestellen. „Diese Verknappung schafft natürlich auch Begehrlichkeiten“, weiß Altenburger von der Buch- und Papierhandlung Armütter in Rattenberg. In den vergangenen Wochen sei sie von verzweifelten Eltern angerufen worden, ob sie noch Stifte der Weihnachtsedition lagernd habe. „Sie wären bereit gewesen, aus allen Landesteilen nach Rattenberg zu kommen, wenn sie dafür noch ein Set erhalten.“

Reservierung rechnet sich nicht

Die nächste große Sonderedition komme dann zu Ostern, demnach sei bei den Stiften nach Weihnachten bereits vor Ostern. Vorreservierungen führt Altenburger aber in ihrem Geschäft keine durch: „Da die Ware günstig ist, würde sich der organisatorische Aufwand nicht rechnen.“

Eine Frage des Gruppendrucks

In der Tyrolia sind Vorbestellungen hingegen möglich. Heuer hätten rund 20 Prozent der KundInnen davon Gebrauch gemacht, die meisten würden einfach spontan kommen. „Diesmal wurden uns 1000 Stück der Weihnachtsedition zuerkannt, die war in zweieinhalb Tagen ausverkauft“, heißt es aus der Abteilung. Am beliebtesten seien die Sondereditionen für Weihnachten, Ostern und Halloween. Für den Verkäufer ist das Phänomen Legami rein eines unter Kindern: „Da wird ein Gruppendruck aufgebaut, dass jeder das haben muss, sonst gehört er nicht dazu“, sieht er den Hype zwiespältig.

Wer unbedingt noch ein Set ergattern will, findet online welche, diese sind natürlich viel teurer als im Handel.