Mit ganz viel Herz von Tür zu Tür: 90-Jährige trägt in Fulpmes Magazine aus
Seit vielen Jahren engagiert sich die 90-jährige Lisi Knaus bei den Sozialen Diensten der Kapuziner: Sie trägt nach wie vor das Vereinsmagazin in Fulpmes aus, zum Geburtstag wünschte sie sich Spenden statt Geschenke.
Das fidelis-Magazin baut auf eine lange Geschichte: Schon im Jahr 1908 ist die erste Ausgabe der Vereinszeitschrift des slw (Soziale Dienste der Kapuziner) erschienen, die damals unter anderem vom 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. berichtete. 117 Jahre später hat sich die Welt massiv verändert, geblieben ist aber der Weg, auf dem das Heft fünfmal im Jahr zu seiner Leserschaft kommt.
„Heft gehört zu meinem Leben“
Bis heute gehen die ehrenamtlichen slw-FörderInnen mit der Zeitschrift von Tür zu Tür und halten damit direkten Kontakt zu knapp 8000 slw-Mitgliedern. Damit helfen sie beim Helfen: Schließlich kommt der Mitgliedsbeitrag rund 220 Menschen mit Behinderungen und knapp 50 Kindern und Jugendlichen zu Gute, die in den Einrichtungen des slw unterstützt werden.
„Das Heft gehört zu meinem Leben“, sagt Lisi Knaus, die seit bald 25 Jahren in Fulpmes das fidelis-Blatt verteilt – 33 Stück bringt sie dort an den Mann und die Frau. Den obligaten „Hoangascht“ scheut sie dabei nicht. „Des g’hört dazua“, erklärt die rüstige 90-Jährige, die eine fabelhafte Geschichtenerzählerin ist.
Lebhaft sind die Erinnerungen an ihren Vater – einen „fanatischen Jäger und Wilderer“ – der starb, als sie drei Jahre alt war. Liebevoll erzählt sie von ihrer Mutter, die wie „eine Löwin“ kämpfte, um das Mädchen – entgegen der Empfehlung des Dorflehrers – bei sich zu behalten. All das spielte sich im Zillertal ab, wo Knaus gern geblieben wäre.
Der Liebe wegen umgezogen
Doch das Schicksal führte die Frau nach Fulpmes im Stubaital, wo ihr Sepp über den Weg lief. Von beiden Seiten war es Liebe auf den ersten Blick, die bis zu Sepps viel zu frühem Tod hielt. Seit mittlerweile 25 Jahren lebt der Vater von Knaus‘ fünf Kindern nur noch in ihrer Erinnerung. Und in ihrem Herzen, das stets offen für jene war und ist, die es im Leben nicht so gut hatten wie sie.
Spenden statt Geschenke
Als Lisi Knaus im September ihren 90. Geburtstag feierte, wollte die Jubilarin, dass sie keine Geschenke bekommt. Stattdessen bat Knaus um Spenden für das slw und den Sozialsprengel in Mieders. Dabei kamen mehr als 1500 Euro zusammen und wurden gerecht verteilt. Das Austragen „ihrer Blattln“ will sie sich auch mit 90 Jahren nicht nehmen lassen. „Da hilft mir niemand. Das mach‘ ich allein“, hält sie resolut fest. Und wirkt dabei jung. Helfen hält augenscheinlich fit. (TT)