Auf einer Kufe rasant ins Tal
Ein Holzgestell, zwei Griffe und ein Ski dran: In Tulfes schießen Wintersportler auf der Klumper den Hang hinunter.
Von Elke Russ
Die Idee zu der einkufigen Rodel wurde aus Südtirol importiert, seit den 1970ern bauen die Tulfer ihre eigene Version. Sobald auf der Klumperwiese bei der Talstation der Glungezer Bahn genug Schnee liegt, hat das eigenwillige Gefährt wieder Saison. Rund 100 Mitglieder zählt der Tulfer Klumperverein laut Obmann Matthias Putzer. Auch der Rinner Sportverein hat eine Klumper-Sektion.
Klumperspaß
Ab 26.12. gibt es wieder freitags ab 19 Uhr Klumpern für alle mit Training und Rennen auf der beleuchteten Klumperwiese bei der Talstation der Glungezer Bahn samt Stärkung in der Klumperhütte. Infos und den Klumperbauplan unter www.klumper.at
Ein einfaches Holzgestell mit Sitz(-polster), zwei Griffe und einen abgeschnittenen Ski drunter: Mehr braucht es nicht für eine Klumper. „Man kann damit auf der Piste fahren, auf der Rodelbahn oder einem Waldweg. Man braucht auch gar nicht so viel Schnee“, sagt Putzer. Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung, gebremst mit den Füßen. „Das ist einfacher als Rodeln, wenn man’s einmal kann“, versichert der Vereinsobmann. Einen Helm sollte man trotzdem immer tragen. Klumpern in Kindergrößen gibt es übrigens nicht – sie werden offenbar auch nicht benötigt. „Sobald die Kinder laufen können, können sie auch klumpern“, meint Putzer.
Beachtliches Tempo
Trotzdem wird nicht nur im moderaten Gelände ein bisschen herumgerutscht. Die Klumper ist ein Sportgerät, mit dem man beachtliche Geschwindigkeiten erreichen kann: „Je steiler der Hang, desto lässiger!“, lautet die Devise. „Wenn es voll gerade runtergeht, kann man schon an die 90, 100 km/h herankommen“, weiß Putzer. Kein Wunder also, dass nicht nur alljährlich Vereinsmeisterschaften veranstaltet werden, sondern dass auch schon Klumper-Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. „Eine nächste WM ist nicht ausgeschlossen“, sagt der Vereinsobmann.
Wie eine Klumper gebaut wird, ist kein Geheimnis. Den Plan für das Holzgestell kann man sich sogar auf der Vereinshomepage holen – oder bei den Tulfern eine bestellen. Die haben mittlerweile sogar einen Doppelsitzer entwickelt. Was dann noch fehlt, ist der Ski unter dem robusten Gestell, damit die rasante Abfahrt beginnen kann. Wurden früher meist ältere Ski abgeschnitten und angeschraubt, so werden heute laut Putzer zunehmend Kinderski verwendet. „Manche tauschen die Ski auch aus: breitere für die Rodelbahn, schmälere für die Piste“, berichtet Putzer.
Bei den Feinheiten werden die Auskünfte schon ein bisschen dürftiger. Die geben die Vereinsmitglieder auch untereinander nicht so gerne preis: „Jeder probiert und jeder hat da sein Geheimnis – auch beim Wachs.“ Auch wenn die Freude am Tun im Vordergrund steht: Ein bisschen Wettkampfstimmung kommt auch beim Klumperspaß für jedermann auf, der ab Ende Dezember wieder jeden Freitag auf der beleuchteten und beschneiten Klumperwiese veranstaltet wird. Ob Einheimischer oder Gast, ob jung oder alt: Jeder kann hier einen Versuch wagen, jeder kann hier trainieren – und am Ende gibt es ein Klumperrennen mit Zeitnehmung. Und falls das Wetter einmal nicht mitspielt: Für eine Stärkung in der Klumperhütte ist es immer gut genug.