Von Ausflügen zum Neustart: Wie Menschen mit Suchterkrankungen in Tirol unterstützt werden
In der Caritas-Mentlvilla zeigen kleine Auszeiten wie Zoobesuche oder Fußballmatches, wie wichtig Beziehungen und Begleitung für Menschen mit Suchterkrankungen sind.
Innsbruck – Die Arbeit mit Menschen ist immer auch Beziehungsarbeit. Dabei steht der Mensch selbst stets im Fokus. Dass dies auch ungewöhnliche Formen annehmen kann – wie einen Ausflug in den Zoo oder den Besuch eines Fußballmatches –, zeigt die Geschichte aus der Caritas-Mentlvilla, einer Notschlafstelle für Menschen mit Suchterkrankungen.
Im Herbst besuchte eine Mitarbeiterin der mobilen Begleitung mit zwei Klienten der Mentlvilla den Innsbrucker Alpenzoo. „Es ist sehr wichtig, dass unsere Klienten auch einmal etwas anderes erleben können. Solche Aktivitäten sind sehr, sehr wertvoll“, sagt Anna Kröss. Mit der Hungerburgbahn ging es zunächst hinauf zum Zoo, wo sie Tiere bestaunten und die Natur genossen.
„Die Realität unserer Klienten schaut leider ganz anders aus“, weiß Kröss. Da bleibt kein Geld und keine Kraft für solche Aktivitäten. Den Alpenzoo durften sie darum kostenlos besuchen: „Nur so sind solche Auszeiten möglich“, sagt Kröss, die sich seit vielen Jahren um Menschen mit Suchterkrankungen kümmert. „Solche gemeinsamen Erlebnisse stärken das Vertrauen und die Beziehungen untereinander noch einmal mehr.“ Im November stand ein weiterer Ausflug, der Besuch eines Fußballspiels, an.
Großer Erfolg für Klient
Begleitung bedeutet nicht nur Ausflüge und Auszeiten vom Alltag. Sie ist vor allem dann entscheidend, wenn es darum geht, große Schritte in Richtung Selbstständigkeit und Stabilität zu setzen. So konnte ein Klient der Mentlvilla vor Kurzem einen wichtigen Erfolg verzeichnen: Mit Unterstützung der MitarbeiterInnen stellte er einen Antrag für eine Stadtwohnung – und durfte sie besichtigen. Daraufhin bekam er den Zuschlag.
Die Caritas unterstützte den Klienten mit dem Mietvertrag und bei administrativen Fragen, sodass der Einzug bald geschafft war. Heute lebt er in seinem neuen Zuhause – und hat damit einen Neustart in ein besseres Leben gewagt. (TT)
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