Folgenschwerer Fehler

Bei Bombensprengung verschätzt: 28 Wohnungen teils schwer beschädigt

Auch heruntergelassene Rollläden halfen nicht: Die Detonation der Bombe ließ zahlreiche Fenster der umliegenden Häuser zerspringen.
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Die kontrollierte Sprengung eines Kriegsrelikts sorgte in der hessischen Stadt Hanau für massive Schäden: Die Entschärfer rechneten mit einer anderen Bombenart. Einige Anrainer müssen nun wohl über Weihnachten aussiedeln.

Hanau – Der Zünder war beschädigt, eine kontrollierte Sprengung die einzige Option: Die Behörden entschieden sich, eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der hessischen Stadt Hanau gezielt hochgehen zu lassen. Allerdings unterlief den zuständigen Experten ein folgenschwerer Fehler: Statt einer Phosphor- ließen sie eine deutlich kräftigere Störbombe detonieren.

Die Folge war, dass der aufgebaute Schutzwall für die Druckwelle der Explosion nicht gewappnet war. Die mit Wasser gefüllten Überseecontainer wurden teils weggerissen und zerdrückt. An den umliegenden Häusern entstand durch die Bombe, die das Deutsche Reich im eigenen Staatsgebiet abgeworfen hatte, erheblicher Schaden.

Die schweren, mit Wasser gefüllten Überseecontainer waren für eine Phosphor-Brandbombe ausgelegt, für die Störbombe waren sie zu schwach.
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Die umliegenden Gebäude wurden vorsorglich evakuiert, 4500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Von rund 60 davon ist nun das Zuhause mehr oder weniger stark beschädigt: Bei 28 Häusern und Wohnungen barsten Fenster, wurden heruntergelassene Rollläden eingedrückt und Terrassenmöbel demoliert.

Einige Anrainer müssen über die Weihnachtsfeiertage wohl aussiedeln, mindestens eine Wohnung ist unbewohnbar. Der Bürgermeister von Hanau sicherte den Familien Unterstützung zu. (TT)