Innsbrucker Autopark-Chef Michael Mayr: Großer Wettbewerb unter Automarken
Michael Mayr schildert, warum günstige Kleinwagen bei allen Marken aus dem Programm fallen.
🎧 Podcast | Michael Mayr im Gespräch
Seit 2002 sind Sie Geschäftsführer des Autoparks, seit 2006 sind Sie sein Alleineigentümer. In welchem Zustand war damals das Unternehmen?
Michael Mayr: Ich bin am 1. März 2002 ins Unternehmen eingetreten, es war ein Sanierungsfall - negatives Eigenkapital, hohe Verluste in den vergangenen Jahren. Das hieß für mich: Ärmel hochkrempeln, anpacken und mit dem Team arbeiten, das damals aus 104 Mitarbeitern bestanden hat. Es waren interessante, aber sehr anstrengende Jahre.
Wie haben Sie die Firma verändert?
Michael Mayr: Das Wichtigste war meine Ansicht nach, dass Mitarbeiter und Kunden gespürt haben, dass ich ein leidenschaftlicher Automensch und Kenner der Branche bin. Sie haben gemerkt, da kommt jemand, der es ernst meint. Jemand, der nicht nur einen Ein-Jahres- oder Zwei-Jahresvertrag unterschreibt und dann wieder weg ist, sondern jemand der anpackt und fürs Unternehmen eine langfristige Zukunft sieht. Ich habe schnell erkannt, dass eine Kostenoptimierung allein zu wenig ist, unser Konzept war damals Sanierung durch Expansion.
Der Autopark hat inzwischen fünf Standorte. Er führt die Automarken Ford, Suzuki, Volvo, Peugeot, Citroen und Polestar, sowie KIA und Mazda im Service. Welche weiteren Expansionsschritte planen Sie?
Michael Mayr: Einen Steinwurf von unserer Zentrale in Innsbruck entfernt schaffen wir einen weiteren Standort. Dort wollen wir eine neue Marke, aus dem Elektrobereich präsentieren, deren Name ich jedoch noch nicht verraten darf. Zudem sind wir in Verhandlungen mit dem Plug-in-Hersteller Lynk & Co, die genauso wie Volvo und Polestar zu Geely gehören.
Wie werden sich die Autopreise weiterentwickeln?
Michael Mayr: Zwei Tendenzen sind am Markt spürbar: Die günstigen Kleinwagen fallen bei allen Marken aus dem Programm. Grund sind die hohen Entwicklungskosten und die Auflagen der Politik in der EU. Andererseits nähern sich die Elektrofahrzeuge preislich vergleichbaren Verbrennern und Plug-ins an. Das heißt, Elektrofahrzeuge werden günstiger. Der Wettbewerb unter den Marken ist groß, das ist gut für die Kunden. Denn die Preise bleiben bzw. werden konkurrenzfähig und damit leistbar für unsere Kunden. Peugeot und Citroën bedienen dieses Segment perfekt. Denn ich kann ein und das selbe Fahrzeug als Verbrenner, Plug-in oder als Elektro-Auto kaufen. Der Kunde hat so die optimale Mobilitätslösung, die auf seinen persönlichen Bedarf zugeschnitten ist.
Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer. Gibt es Projekte, die Sie heute anders machen würden oder gar nicht erst beginnen würden?
Michael Mayr: Bei allen Expansionsschritten stand in der Tat die Frage im Raum: Ist es nicht eine Spur zu früh? Doch wir haben trotzdem immer alles durchgezogen, ich bereue keinen einzigen Schritt. Vor jeder Expansion haben meine Frau, meine drei Kinder und ich überlegt, was uns als Familie gut tut. In einer nächsten Schleife hat sich das Management-Team des Autoparks gefragt: Trauen wir uns das zu? Bei jeder Erweiterung des Autohauses bestand ein 100-prozentiger Konsens. Vielleicht würde ich im Nachhinein den ein oder anderen Standort, den wir neu gebaut haben, etwas einfacher realisieren – mit ein bisschen weniger Investment.
Steckbrief
Michael Mayr führt den Autopark seit 2002. Als er das Autohaus übernommen hat, machte das Unternehmen einen Umsatz von 27 Millionen Euro. Heuer steuert er einen Jahresumsatz von etwa 110 Millionen Euro an. An den fünf Standorten beschäftigt der Autopark rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 50 Lehrlinge.