Tirol KTM Cycling Team startete im „Das Sieben“ in seine 19. Saison
Nach Abgängen von Leistungsträgern: Tirol KTM formiert sich mit fünf Neuzugängen international neu.
Das Teamtreffen im DAS SIEBEN in Bad Häring, wo die gesamte Tirol KTM Mannschaft mit gewohnt großer Gastfreundschaft willkommen geheißen wurde, hat schon Tradition. Auf dem Programm standen die Rennplanung 2026, Fotoshootings, Materialausgaben, Technikchecks und das Zusammenfinden des Teams, wie Martin Taschler im Gespräch erläutert. Der 28jährige Sportwissenschafter ist seit Beginn 2025 der neue Sportdirektor im Team.
In deiner ersten Saison als Sportdirektor durftest du das erfolgreichste Jahr in der Teamgeschichte feiern. Ein kurzer Rückblick.
Martin Taschler: Ganz genau, 2025 war eine der erfolgreichsten Saisonen überhaupt in der 18-jährigen Teamgeschichte. In der Saison- und Rennvorbereitung haben wir mehrere leistungsbestimmende Faktoren verbessert und professionalisiert, was sich ausgezahlt hat. Am Ende waren es starke Leistungen von unseren Fahrern, allen voran vom Tiroler Marco Schrettl, der sich dank seinen Siege in Italien und Polen einen Profivertrag bei Astana ergattern konnte. Ein emotionales Highlight war der Österreichische Meistertitel von Tim Wafler, der sich als Außenseiter gegen die World Tour Profis durchsetzen konnte.
Was hat sich im Team geändert? Welche Abgänge, welche Zugänge gibt es zu vermelden?
Taschler: Nach einer erfolgreichen Saison ist es meist schwierig,Leistungsträger zu halten. Als U23 Team identifizieren wir uns als Ausbildungsteam und somit als Sprungbrett für eine große Karriere. Schrettl zu Astana, Mattie Dodd zu Ineos oder Wafler nach Deutschland, die Teamkapitäne haben das Team verlassen. Allgemein haben wir den Kader verkleinert und gleich fünf Neuzugänge zu vermelden. Das Team und der Staff ist mit 11 Fahrern aus 7 Nationen international aufgestellt.
Wird es über den Winter ein gemeinsames Trainingslager geben?
Taschler: Um uns optimal auf die ersten Rennen Anfang März vorzubereiten, müssen wir den Tiroler Winter entfliehen und werden einen Großteil der Vorbereitung auf Mallorca verbringen. Ein bewehrtes Trainingsgebiet für Radfahrer im Winter ohne viel Verkehr, denn in der Saisonsvorbereitung werden die größten Trainingsblöcke abgespult und somit Leistungsfortschritte erzielt.
Mit welchen Rennen startet das Team in die Saison 2026?
Taschler: Die Saison startet traditionell mit den Rennen in Istrien, wo wir zusammen mit dem neugeschaffenen Damenteam ein gemeinsames Trainingslager mit zwei Eintagesrennen und einer Rundfahrt verbinden. Nachher geht es nach Slowenien, Italien und Frankreich. Insgesamt werden wir um die 70 Renntage in Angriff nehmen.
Was sind die großen Ziele im nächsten Jahr?
Taschler: Ein Hauptaugenmerk liegt auf den italienischen U23-Klassikern, wo die Weltelite im U23 Bereich auf sich aufmerksam machen will. Ziel ist die Qualifikation für den Giro d‘ Italia Next Gen, der wichtigsten Rundfahrt im Nachwuchsbereich. Sportlich und besonders emotional ist das absolute Saisonshighlight die Tour of Austria im Juli, wo wir uns im großen Rampenlicht auf heimischen Straßen gegen internationale Superstars messen können.