Defizit bleibt hoch

Lichtblick für Österreich: Wifo und IHS heben Konjunkturprognose etwas an

Wifo-Chef Gabriel Felbermayer wiht wieder etwas mehr Licht am Ende des Konjunktur-Tunnels.
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Die Wirtschaftsforscher erwarten für kommendes Jahr ein Wachstum von 1,2 bzw. 1 Prozent. Die Teuerung soll deutlich sinken.

Die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS erhöhen leicht ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr und 2026. Österreichs Wirtschaft soll heuer real um 0,5 Prozent wachsen und im kommenden Jahr um 1,2 bzw. 1 Prozent. Im Oktober gingen die Ökonomen für 2025 von einem Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent ( Wifo ) bzw. 0,4 Prozent (IHS) aus und für 2026 von 1,1 bzw. 0,9 Prozent.

Das Wifo sieht für die heimische Wirtschaft "Licht am Ende des Tunnels". Die Rezession der Jahre 2023 und 2024 war der längste Wirtschaftsabschwung der Zweiten Republik. Das Institut für Höhere Studien diagnostiziert "eine allmähliche Erholung der Investitionstätigkeit".

2027 wird noch etwas besser

Für 2027 prognostizieren Wifo und IHS ein Wirtschaftswachstum in Österreich von 1,4 bzw. 1,1 Prozent. "Aufgrund eines Verlusts an internationaler Wettbewerbsfähigkeit und der protektionistischen Tendenzen im Welthandel dürfte das Tempo der wirtschaftlichen Erholung hinter früheren Aufschwungphasen zurückbleiben", schreiben die IHS-Ökonomen in ihrer Konjunkturprognose.

Die österreichische Industrie dürfte laut Wifo-Prognose "den Tiefpunkt am Jahresende 2025 durchschritten haben". Die heimischen Exporte und die industrielle Bruttowertschöpfung würden im kommenden Jahr wieder steigen. Von 2023 bis 2025 waren die Ausfuhren rückläufig. Die US-Importzölle, die handelspolitische Unsicherheit und die Schwäche der deutschen Industrie belasten Österreichs Exportwirtschaft. Vom Konsum der privaten Haushalte erwarten beide Institute keine großen Konjunkturimpulse. Inflation und niedrige Lohnabschlüsse würden den Konsum dämpfen.

Teuerung bremst sich ein

Gute Nachrichten gibt es bei der Teuerung: Die Inflation soll von heuer 3,5 Prozent ( Wifo ) bzw. 3,6 Prozent (IHS) auf 2,6 bzw. 2,5 Prozent im kommenden Jahr sinken. Zu Jahresbeginn 2026 entfalle der Basiseffekt des Energiepreisanstieges vom Jänner 2025, wodurch die Inflationsrate um bis zu 1 Prozentpunkt sinke, erklärte das Wifo.

Die schwache Wirtschaftsentwicklung in den vergangenen Jahren schlug merkbar auf den Arbeitsmarkt durch. Die nationale Arbeitslosenquote stieg von 6,3 Prozent im Jahr 2022 bis auf 7,4 Prozent im Jahr 2025. Im kommenden Jahr erwarten Wifo und IHS einen leichten Rückgang der Arbeitslosenrate auf 7,3 Prozent. Im Jahr 2027 soll die Arbeitslosenquote weiter auf 7,0 bzw. 7,1 Prozent sinken.

Defizit bei 4,6 Prozent des BIP

Wifo und IHS prognostizieren für heuer ein gesamtstaatliches Budgetdefizit in Österreich von 4,6 bzw. 4,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Infolge der Budgetkonsolidierung erwarten beide Institute im kommenden Jahr ein Defizit von 4,2 Prozent und 2027 von 4,0 Prozent. Der Fiskalrat kam zuletzt auf ähnliche Budgetzahlen.

Damit liegt das gemeinsame Budgetdefizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern aber noch immer deutlich über dem Maastricht-Grenzwert von 3 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 betrug das heimische Defizit 4,7 Prozent. Im Juli wurde deswegen die Eröffnung eines EU-Defizitverfahrens gegen Österreich offiziell beschlossen.