Kritik nach Test

Trotz Diskriminierungs-Verbot: Geflüchtete werden bei Jobsuche oft übergangen

Die AK sieht eine Benachteiligung Geflüchteter.
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Österreicher bekommen deutlich häufiger Einladungen zu Vorstellungsgesprächen als Geflüchtete, die eine idente Qualifikation und Deutschkenntnisse haben, zeigt ein AK-Test. Woran liegt das?

Wien – Geflüchtete werden bei der Jobsuche selbst bei gleicher Qualifikation deutlich seltener zu Bewerbungsgesprächen eingeladen als Bewerber österreichischer Herkunft. Diese Diskriminierung bei der Jobsuche sei gesetzlich verboten, kritisierte die Arbeiterkammer (AK) Wien am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Die AK fordert unter anderem einfachere Wege, um gegen Diskriminierung vorzugehen, und dass Förderungen des AMS für Unternehmen an korrektes Verhalten gebunden werden.

Für die Untersuchung hatte die von der AK beauftragte Beratungsfirma „prospect“ im Zeitraum März bis Juni 2025 mehr als 900 Scheinbewerbungen an Unternehmen in Wien und Umgebung versendet.

Herkunft wirkt sich aus

Für den sogenannten Korrespondenztest wurden laut Unterlagen jeweils zwei Bewerbungen erfundener Personen mit gleicher formaler Qualifikation erstellt, die sich nur in der zugeschriebenen Herkunft unterschieden: Eine Person österreichischer Herkunft und eine aus Afghanistan geflüchtete Person. Berufserfahrungen und Deutschkenntnisse waren fast ident.

Die Rückmeldungen der Unternehmen hätten eine systematische Benachteiligung belegt, heißt es. In beiden Berufsbereichen seien „von rund doppelt so vielen Unternehmen“ nur die österreichischen Bewerber:innen eingeladen worden. Noch deutlicher werde das Bild in jenen Fällen, in denen nur eine Person eingeladen wurde: Im Handel sei die Wahrscheinlichkeit, dass ausschließlich der österreichische Bewerber eingeladen wurde, zehnmal so hoch wie umgekehrt gewesen.

Im Büro sei das Verhältnis bei fünf zu eins zugunsten der österreichischen Bewerberin gelegen. „Die Ergebnisse sind erschreckend“, kritisierte AK-Abteilungsleiterin Silvia Hofbauer. Die AK fordert mehr Kontrollen. (APA)