USA schließen Mega-Rüstungsdeal mit Taiwan
Die USA verkaufen dem von China bedrohten Inselstaat Waffen im Wert von 11,1 Mrd. US-Dollar. Peking reagiert erbost.
Washington – Die USA wollen Taiwan Waffen im Rekordwert von 11,1 Milliarden Dollar (9,47 Mrd. Euro) liefern. Es handle sich um das bisher größte US-Waffenpaket für die Insel, teilte das taiwanesische Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Das Paket umfasse unter anderem Himars-Raketensysteme, Haubitzen, Panzerabwehrraketen und Drohnen.
Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die Waffenlieferung diene den nationalen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen der USA. Sie sollten Taiwans Bemühungen zur Modernisierung seiner Streitkräfte und zur Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen Verteidigungsfähigkeit unterstützen. Das Vorhaben befinde sich nun in der Phase der Benachrichtigung des US-Kongresses.
Antwort auf Bedrohung
Die Sprecherin des taiwanesischen Präsidialamtes, Karen Kuo, erklärte, ihr Land werde weiterhin die Widerstandsfähigkeit der gesamten Gesellschaft stärken, die Entschlossenheit zur Selbstverteidigung demonstrieren und den Frieden durch Stärke sichern. Sie dankte den USA für die Lieferung. Der Experte Rupert Hammond-Chambers vom US-Taiwan Business Council erklärte, Waffen wie die Himars-Systeme, die von der Ukraine in großem Umfang gegen russische Streitkräfte eingesetzt würden, könnten eine zentrale Rolle bei der Zerstörung einer chinesischen Invasionstruppe spielen.
Das Rekordpaket sei eine Antwort auf die Bedrohung durch China und die Forderung von US-Präsident Donald Trump, dass Partner und Verbündete mehr für ihre eigene Verteidigung tun müssten. Dem Mega-Rüstungsdeal ging eine unangekündigte Reise des taiwanesischen Außenministers Lin Chia-lung in die USA voraus. Taiwans Präsident Lai Ching-te hatte im November ein zusätzliches Verteidigungsbudget in Höhe von 40 Milliarden Dollar für die Jahre 2026 bis 2033 angekündigt.
Peking reagierte scharf. Seitens des chinesischen Außenministeriums hieß es, der geplante Waffenverkauf sei ein schwerwiegender Verstoß gegen das Ein-China-Prinzip und untergrabe Frieden und Stabilität in der Taiwanstraße. China forderte Washington auf, die Waffenlieferungen sofort zu stoppen. (APA, Reuters)