Hohe Kosten

Außerfernbahn fiel an 499 Tagen aus: Für die Liste Fritz ein teures Fiasko

Die Außerfernbahn fällt als Verkehrsmittel immer wieder aus.
© Simone Tschol

Millionen fließen in eine Bahn, die immer wieder stillsteht. Markus Sint und Maria Zwölfer von der Liste Fritz fordern eine Verbesserung des Angebots auf der Außerfernbahn und kritisieren die Geldflüsse rund um die geplante Fernpassstraßen-Gesellschaft.

Breitenwang – „Die Außerfernbahn ist keine Alternative zum Pkw – weder für Einheimische, noch für Gäste.“ Zu diesem Schluss kommen Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint und Bezirkssprecherin Maria Zwölfer. Sie präsentierten die Beantwortung ihrer Landtagsanfrage die Außerfernbahn betreffend. Und diese sei „ein Schlag ins Gesicht der Steuerzahler.“

2018 gab es keine Ausfälle. Von 2019 bis 2024 ist die Außerfernbahn jedoch an 499 Tagen ausgefallen. „Das heißt, sie ist im Schnitt 83 Tage pro Jahr stillgestanden. Die Tiroler bezahlen über den VVT jährlich 3,3 Millionen Euro Steuergeld für den Betrieb der Außerfernbahn. 2,5 Millionen bekommt die DB Regio und 800.000 Euro gehen an die ÖBB Infrastruktur. Da dürfte man doch auch ein tolles Angebot erwarten“, so Sint.

Viele Gründe

Die Gründe für die Ausfälle waren laut Anfragebeantwortung vielfältig und reichten von witterungsbedingten Störungen (z.B. Sturm, starker Schneefall, Lawinengefahr, Unwetter oder Hochwasser) über Bauarbeiten oder Covid-19-Grenzsperren bis hin zu Streiks und Personalausfällen.

Auch für 2026 seien mehrere Schließtage auf der Regionalbahnstrecke angekündigt. Sint: „Es ist also keine Verbesserung der katastrophalen Situation in Sicht.“ Für Maria Zwölfer erschließt sich nicht, warum unter diesen Umständen jemand vom Auto auf die Schiene wechseln soll. Und Sint legt nach: „Unzuverlässigkeit ist Gift für den öffentlichen Verkehr.“ 2027 soll es einen neuen Vertrag zwischen VVT und DB Regio geben. Sint hofft spätestens dann auf Verbesserungen.

Markus Sint und Maria Zwölfer kritisieren die Verkehrspolitik des Landes scharf.
© Simone Tschol

Im gleichen Atemzug werfen beide die Frage auf, ob es angesichts der geplanten Fernpass-Maut überhaupt gewünscht ist, die Straße zu entlasten? „Wohl kaum, schließlich sollen die Verkehrsteilnehmer ja Geld in die Kassen des Landes spülen“, sind sie sich einig.

Fernpass als Goldesel

Und dann gerät Sint in Rage: „Die Landesregierung benutzt die neu gegründete Fernpassstraßen-Gesellschaft als Goldesel. Obwohl diese Gesellschaft noch keinen Euro eingenommen hat, soll sie Geld fürs Landesbudget abwerfen. Konkret in den nächsten beiden Jahren 14,3 Millionen Euro.“

Die Gesellschaft habe noch keinen einzigen Cent eingenommen, müsse aber in den kommenden beiden Jahren insgesamt 14,3 Millionen ans Land zahlen. „Das geht nur, indem sie Kredite aufnimmt und dafür Zinsen zahlt. Mattle bekommt 14,3 Millionen ins Landesbudget und die Fernpassstraßen-Gesellschaft, eine 100-Prozent-Tochter des Landes, hat die Schulden. Das ist von vorn bis hinten ein unverschämter Taschenspielertrick“, so Sints Fazit.

Die schwarze Null im Landesbudget sei eine reine Mogelpackung. „So verkauft die schwarz-rote Landesregierung den Tirolern neue Schulden als frische Einnahmen“, kritisieren Sint und Zwölfer. Ihrer Ansicht nach sei die Fernpass-Maut nur dafür da, die Schulden der Fernpassstraßen-Gesellschaft zu decken und die Löcher im Landesbudget zu stopfen. „Wir zahlen Maut, dass unser Verkehrsproblem nicht gelöst ist. Wir zahlen für den Stau, denn der Verkehr wird nicht weniger werden. Das ist doch absurd“, schüttelt Zwölfer den Kopf und Sint fügt noch hinzu: „Bis die Maut greift, wird die Gesellschaft Schulden um Schulden machen und das Land haftet dafür.“

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